TU Berlin und Otto Bock bauen Kooperation aus

© Otto Bock
Text von: redaktion

Die Vizepräsidentin der TU Berlin, Professor Ulrike Woggon und der Medizintechnikunternehmer Professor Hans Georg Näder haben in Berlin den offiziellen Start des An-Institutes Rehab Research Lab GmbH bekannt gegeben. Geleitet wird das An-Institut von Professor Marc Kraft, TU Berlin Fachgebiet Medizintechnik, und Dr.-Ing. Michael Hasenpusch, Geschäftsführer Technologie bei Otto Bock.

Hauptziele der Kooperation sind dabei die Stärkung des Forschungsschwerpunktes an der TU Berlin, nachhaltige Gestaltung und Finanzierung multilateraler Forschungsprojekte und die wissenschaftliche Qualifikation von Studierenden und TU-Mitarbeitern durch die Vergabe von Promotion- und Habilitationsarbeiten.

„Gerade hier in Berlin, wo so viel über die Gesundheitsstadt gesprochen wird, kann das neue An-Institut Rehabtech Research Lab ein Leuchtturm werden. Die TU Berlin ist ein Partner für uns, der beweist wie innovativ die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie sein kann“, eröffnete Professor Hans Georg Näder die Gründungsveranstaltung. Die Zusammenarbeit der Berliner Hochschule mit Otto Bock hat seine Wurzeln bereits 1919 mit dem Aufbau einer „Prüfstelle für Ersatzglieder“.

Inzwischen sind aus mehr als 20 gemeinsamen Forschungsprojekten neue Erkenntnisse aus Biomechanik, Werkstoffkunde, Gesundheitsmanagement, Robotik und Sensorik erfolgreich in die Entwicklung medizintechnischer Produkte eingeflossen. 2007 und 2009 wurde gemeinsam die internationale Konferenz „Technically Assisted Rehabilitation – TAR“ ausgerichtet. Die Forschungsinvestitionen des Unternehmens in die Wissenschaftskompetenz der TU Berlin in den letzten Jahren betrugen über 3,5 Millionen Euro.
Grund genug auch für das Präsidium der TU Berlin die bewährte Zusammenarbeit in eine neue Form zu gießen. „An-Institute sind immer ein besonderer Gewinn, gerade für eine Technische Universität. Ganz gezielt wird hier der Wissenstransfer zwischen Hochschule und Wirtschaft geleistet. Studierende, Wissenschaftler und Unternehmen suchen interdisziplinäre Zukunftslösungen für eine immer komplexer werdende Welt“, fasste Ulrike Woggon, Vizepräsidentin der TU Berlin, in ihrer Ansprache die Motivation der Hochschule für die gemeinsame Plattform zusammen.

Hauptanknüpfungspunkte der Zusammenarbeit ergeben sich an der TU Berlin insbesondere am Innovationszentrum Technologien für Gesundheit und Ernährung und in der Arbeitsgruppe Rehabilitation des IGE. Gemeinsam will man nun unter Einbeziehung unterschiedlichster Fachbereiche Innovations- und Exzellenzcluster-Forschung institutionalisieren. Projektanträge zur Forschungsförderung in wichtigen Zukunftsfeldern des BMBF sind bereits gestellt. Das Institut hat bereits eine wissenschaftliche Vollzeitstelle eingerichtet und eine weitere über eine Forschungsförderung eingeworben.
Aber auch aktuell sind bereits wichtige Projekte im Fokus der gemeinsamen Forschungsarbeit: Funktionelle Elektrostimulation, Verankerung von Exoprothesen in Röhrenknochen (aseptischer Hautdurchtritt) und motorische Trainings- und Übungssysteme sind nur einige Beispiele aus anwendungsorientierter Sicht.