TraumaNetzwerk Göttingen-Kassel zertifiziert

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Text von: redaktion

Das TraumaNetzwerk Göttingen-Kassel wurde von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifiziert. Für die Menschen in der Region im “Vier-Ländereck“ Südniedersachsen, Nordhessen, Thüringen und Ost-Westfalen dokumentiert diese Zertifizierung das hohe Niveau mit mehr Versorgungssicherheit und Abstimmung im Notfallgeschehen.

Das TraumaNetzwerk Göttingen-Kassel wurde im Jahr 2006 gegründet. Es ist das einzige bundeslandübergreifende TraumaNetzwerk im „Vier-Ländereck“ Südniedersachsen, Nordhessen, Thüringen und Ost-Westfalen und besitzt damit eine Sonderstellung in Deutschland.

Partnerschaftlich führend sind die beiden überregionalen Traumazentren und Maximalversorger, die Universitätsmedizin Göttingen und das Klinikum Kassel. Sprecher des TraumaNetzwerkes ist Professor Klaus Michael Stürmer: „Wir sind stolz darauf, dass wir diese Zertifizierung erhalten haben. Damit zählen wir zu den bedeutenden überregionalen Trauma-Netzwerken.“ Er ist zugleich Bundeslandmoderator für Niedersachsen, Bremen und Hamburg sowie Direktor der Abteilung Unfallchirurgie, Plastische und Wiederherstellungschirurgie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Das Netzwerk bietet eigenständige Strukturen, um die Versorgung schwer verletzter Patienten zu verbessern. Damit sichert es unter anderem schnellere Kommunikation und Verlegungen von Patienten und einen zielgerichteten Austausch zwischen den beteiligten Krankenversorgern.

Insgesamt nutzen im TraumaNetzwerk Göttingen-Kassel neben zertifizierten 17 Kliniken und Krankenhäusern auch acht assoziierte Mitglieder und auch andere überregionale Ansprechpartner die herausragende Infrastruktur und Expertise des neuen TraumaNetzwerks.

„Die erfolgreiche Zertifizierung des neuen TraumaNetzwerks Göttingen-Kassel bedeutet für die Patienten in der Region konkret, dass sie schnellstmöglich und auf bestmöglich fachlichem Niveau versorgt werden. Diese Auszeichnung bestätigt die führende Rolle in der Gesundheitsversorgung für Südniedersachsen“, sagt Professor Michael Schön, komm. Sprecher des Vorstandes der UMG.

Der Vizepräsident der DGU, Bertil Bouillon, wies auf die hohen Vorhaltekosten von 7,8 Millionen Euro pro Jahr für die Krankenhäuser der Maximal- und Schwerpunktversorgung hin, die nicht angemessen im DRG-System abgebildet und refinanziert seien. „Über 50 Prozent der Patienten kommen außerhalb der normalen Dienstzeiten der Krankenhäuser in die Notfallaufnahmen“, so Bouillon. „Da müssen alle Disziplinen vorhanden sein. Und das kostet.“

Im Zeitraum von 1993 bis 2012 seien über 100.000 Traumapatienten im DGU-Traumaregister dokumentiert. Die TraumaNetzwerke übernehmen die Gesamtverantwortung für die Patienten von der vorklinischen Versorgung bis hin zur Rehabilitation.