Transparente Struktur

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Text von: redaktion

Der Unternehmensberater Carsten Hufenbach zeigt einen Weg zum “sicheren“ Betrieb.

Der Unternehmensberater Carsten Hufenbach zeigt einen Weg zum „sicheren“ Betrieb.

Die Berücksichtigung zertifizierungsfähiger Normen ist kein Garant für eine gute Betriebsorganisation bzw. eine ausreichende rechtliche Absicherung. Eine Einbindung der „gerichtsfesten“

Organisation in das Managementsystem hingegen sorgt für eine transparente, gut organisierte Unternehmensstruktur, die persönlichen Haftungsfolgen für den Unternehmer und seine Mitarbeiter umfassend vorbeugt.

Auch im „Zeitalter der Managementsysteme“ ist noch ein Großteil der Betriebsunfälle auf Fehler in der Organisation zurückzuführen. Zudem werden allein durch das Qualitäts-, Umwelt-, und Arbeitsmanagement viele Gesetze, die ein Unternehmen z. B. aus den Bereichen Umwelthaftung, Produkthaftung oder Hygiene beachten muss, nicht abgedeckt. In den vergangenen Jahren hat sich daher immer mehr die „gerichtsfeste“ Organisation etabliert, die sämtliche obligaten Rechtsvorgaben umfasst und die Vermeidung fehlerhafter sowie strafrechtlicher Handlungen in einem Betrieb anstrebt. Die wichtigsten juristischen Regelungen sind:

Ein Organisationsverschulden nach den §§ 823, 831, 31 BGB, bei dem das Unternehmen durch die sogenannte Beweislastumkehr einer Haftung entgehen kann. Ist eine sachgemäße Betriebsorganisation nicht nachweisbar, haftet der Unternehmer unmittelbar.

Die pflichtgemäße Delegation von Aufgaben, Kompetenz und Verantwortung an die Mitarbeiter zur Strafentlastung der Vorgesetzten und Verhinderung der Verantwortungsaddition. Damit verbunden die persönliche strafrechtliche Verantwortung einzelner Mitarbeiter entweder durch aktives Handeln oder durch schuldhaftes Unterlassen (Unechte Unterlassungsdelikte nach § 13 StGB).

Die deliktische Produkthaftung gemäß § 823, Abs.1 BGB sowie das Produkthaftungsgesetz, welche Schadensersatzansprüche durch Schäden am Produkt selbst bzw. Folgeschäden für den Verbraucher regeln.

Was aber macht nun eine „gerichtsfeste“ Organisation im Speziellen aus bzw. wo liegen die Vorteile für den Unternehmer? Die rechtliche Absicherung wird vor allem durch eine festgelegte Aufbau- und Ablauforganisation erreicht, bei der eine Zuweisung der Aufgaben, Kompetenz und Verantwortung (Aufbau) sowie Dokumentation der Verfahrensabläufe und Maßnahmen (Ablauf) erfolgt. Elementar wichtig ist hierbei, dass neben der Aufgabenzuweisung die Tätigkeiten auch ausführlich erklärt sowie deren Erledigung kontrolliert wird. Die Erfüllung dieser sogenannten Organisationspflichten ist wiederum sorgfältig zu dokumentieren. Dies gibt Unternehmern bei Schadensersatzforderungen, z. B. bei Vorwurf eines Organisationsverschuldens, die Möglichkeit,

sich durch den Nachweis einer sachgemäßen Organisation einer persönlichen Haftung zu entziehen. Ebenso können sich einzelne Mitarbeiter von der eigenen strafrechtlichen Verantwortung

befreien. Entgegen der weit verbreiteten Ansicht sind nämlich allein durch die Beachtung der Normen aus dem Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitsmanagement mit anschließender Zertifizierung weder die Mindestanforderungen an eine gute Betriebsorganisation noch eine umfassende rechtliche Absicherung gewährleistet. Zudem werden bei Prozessoptimierungen häufig Haftungsfolgen für die Unternehmer vernachlässigt. Da die Aufbau- und Ablauforganisation in ihrer Art der Dokumentation (Handbücher, Verfahrensanweisungen, Prozessbeschreibungen etc.) bereits wie ein Managementsystem (QM, UM, AS) aufgebaut ist, empfiehlt es sich, diese gleich in ein solches einzubinden. Rechtlich und organisatorisch derartig umfangreich vor möglichen Schadensersatzansprüchen geschützt, können Unternehmen entscheidend zu ihrer Zukunftssicherung beitragen!

Zur Person:

Carsten Hufenbach berät Unternehmen bei der Einführung und Optimierung von zertifizierfähigen Managementsystemen in den Bereichen Qualität, Umwelt und Sicherheit.