©Hamburg Team
Text von: Anja Danisewitsch

Mit dem Sartorius Quartier an der Weender Landstraße entsteht ein einzigartiger Ort, an dem Menschen zusammenkommen unter dem Motto Bilden – Gründen – Wohnen.

Kurz nachdem 2017 die letzten Mitarbeiter aus den Gebäuden des alten Sartorius- Werkes an der Weender Landstraße ausgezogen waren, begannen auch schon die Abrissarbeiten. Nach 119 Jahren an diesem Standort brach nun eine neue Ära an. Mittlerweile steht nur noch der historische Kern, der saniert wird und somit erhalten bleibt – und erste Neubauten nehmen langsam Gestalt an.

„Mit der derzeit größten Quartiersentwicklung Göttingens setzen wir in der Nordstadt neue Impulse und schaffen dringend benötigten Wohnraum für Singles, Paare und Familien“, sagt Christoph Kleiner, Geschäftsführer von Hamburg Team, Gesellschaft für Projektentwicklung, die sowohl Entwickler als auch Bauherrin des Sartorius Quartiers ist. Was die Fertigstellung des 116-Millionen-Euro-Projekts bis 2022 betrifft, ist das Team durchaus optimistisch – man liege voll im Zeitplan. Und bereits 2021 sollen in der Annastraße die ersten Wohnungen bezugsfertig sein und die neuen Mieter einziehen. Ein lebendiges Quartier soll es werden – dafür sorgen unter anderem die 170 Mietwohnungen und die 53 Eigentumswohnungen mit einer angeschlossenen Infrastruktur. Denn die Quartiersentwicklung in Großstädten beruht eben gerade auf der Idee, ein soziales, kulturelles und wirtschaftliches Miteinander zu schaffen.

Kurze Wege sind in diesem Zusammenhang bei der Planung ein wichtiger Pfeiler. So finden sich im Sartorius Quartier nicht nur Wohnungen für die ‚Locals‘, sondern mit einem Hotel der Freigeist & Friends Hotelgesellschaft und den angegliederten 114 vollmöblierten Smart Apartments werden auch viele Besucher auf Zeit das Areal beleben. Fußläufig wird es eine Kindertagesstätte und Gewerbeflächen geben, in denen sich Geschäfte ansiedeln. Hamburg Team plant Einzelhandelsflächen von 200 bis 450 Quadratmetern und Büroflächen ab 300  Quadratmetern, sodass innerhalb des Quartiers Wohnen und Arbeiten möglich ist – und noch besteht sogar die Chance, Büro- oder Ladenflächen zu mieten, wohingegen die Eigentumswohnungen schnell vergeben waren. So wird der neu entstehende Stadtbezirk ein Ort der Begegnung mit anderen Kulturen werden. Unter dem Leitbild ‚Bilden – Gründen – Wohnen‘ ist im Sartorius Quartier eine Mischnutzung aus Bildung, Start-ups, Gewerbe, Wohnen und Gastronomie geplant – mit dem Ziel, mit Partnern ein innovatives, kreatives Quartier rund um das Thema Gesundheit zu schaffen. Ein Ort, an dem Neues entsteht und der den ganzen Tag belebt sein soll. Mit der Restaurierung des historischen Kerns und dem Neubau der Life Science Factory investiert Sartorius zehn Millionen Euro und trägt so erheblich zur Stadtentwicklung Göttingens bei. Bereits vor gut drei Jahren, im Wintersemester 2016/17, startete dort der Gesundheitscampus mit 50 Studierenden und bildet auf dem Areal künftig bis zu 600 Studierende in den neuen Studiengängen mit Schwerpunkt Pflege aus.

„Ottobock ist neben dem Hotel Freigeist einer unserer Ankermieter“, sagt Christoph Kleiner von Hamburg Team. Der Duderstädter Medizintechnikhersteller hat einen Mietvertrag über 15 Jahre abgeschlossen und plant ein internationales Patientenzentrum mit angegliederter Werkstatt sowie Forschungs-, Bildungs- und Verwaltungsflächen. Auch ein Rehazentrum Junge wird im gleichen Gebäude angesiedelt sein. Neben Hamburg Team als Investor hat Sartorius die Sanierung des historischen Kerns in eigenen Händen behalten. Sartorius wollte den Bezug zu den Wurzeln des Unternehmens bewahren – ihn aber mit der Life Science Factory auf die Zukunft ausrichten.

Die von Sartorius im Februar 2019 initiierte Life Science Factory hat zum Ziel, den wissenschaftlichen Fortschritt in den Lebenswissenschaften zu fördern und die Forschung und Entwicklung innovativer Technologien mit einem klaren Fokus auf Anwendungen zu stärken. Das Konzept ist in den USA seit Langem als Startrampe für Life-Science-Gründungen etabliert. Bisher gibt es kein vergleichbares Projekt in Europa.

Die Life Science Factory bietet in dem Neubau ab 2022 auf rund 3.000 Quadratmetern Großraumbüros und eine hochwertige Laborausstattung, mit WetLab und Dry Lab für Prototypen. Zusätzlich wird es für Wissenschaftler und Forschungsteams, die ihre ersten Schritte außerhalb akademischer Einrichtungen machen wollen, Veranstaltungen rund um das Thema Life-Science-Entrepreneurship geben. Zudem ist ein professionelles Betreiberkonzept geplant, das vor Ort einen Anlagen- und Verwaltungssupport bietet und darüber hinaus qualifiziertes Laborpersonal beinhaltet. Wie es das Konzept ‚Bilden – Gründen – Wohnen‘ nahelegt, liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Förderung von Gründerteams, die auf ein umfangreiches Entwicklungs- und Unterstützungsprogramm zugreifen können.

Des Weiteren sind in der historischen Sheddachhalle noch zwei Hörsäle für den Gesundheitscampus für bis zu 80 Studierende geplant, in der aber auch Veranstaltungen mit bis zu 600 Plätzen möglich sein werden. Und so entstehen mit der Fertigstellung im Jahr 2022 im Sartorius Quartier zahlreiche Orte und Möglichkeiten für Begegnungen zwischen Mensch und Forschung.