Tor zur Wissenschaft

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Das neue ,Forum Wissen‘ am Groner Tor in Göttingen wird ein zentraler Ort erlebbarer Wissenschaft: Hörsaal, Labor, Museum und Veranstaltungsort vereint unter einem Dach.

 

Das Forum Wissen Göttingen im Gebäude der alten Zoologie wird ein offenes Haus für alle: Ein Marktplatz des Wissens, auf dem Forschende und Studierende gemeinsam an Projekten arbeiten, ihre Erkenntnisse und Methoden diskutieren und den Austausch mit Interessierten suchen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Denksportler aller Art, erleben dort die Praxis des ,Wissen-Schaffens‘ in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Außerdem wird das Forum der zentrale Knotenpunkt im Netzwerk der dezentralen Sammlungen der Universität Göttingen und ihrer Millionen von Objekten – ,verwaiste‘ Sammlungen finden hier ein neues Zuhause, Objekte werden restauriert und bewahrt.

Den besonderen Charakter des Projektes macht die Verbindung der Bereiche Sammeln, Forschen und Lehren sowie Vermitteln aus. Es ist dadurch gleichzeitig Labor, Hörsaal und Museum. Dazu stehen Vortragssaal, Seminar- und Bühnenraum sowie das Café für verschiedenste Veranstaltungen zur Verfügung: von der Physik-Show zum Wissens-Salon, vom Science-Kino zur Theateraufführung. Lesungen, Konzerte und Schülerlabore laden zum regen Austausch ein. Die Basisausstellung wird das Aushängeschild des Forum Wissen Göttingen und die zentrale Schnittstelle zur Öffentlichkeit sein. Auf einer Fläche von 1.200 Quadratmetern über zwei Stockwerke gehen Besucher unter anderem den Fragen nach, wie Wissen entsteht, welche Menschen und Dinge daran beteiligt sind und ob Wissen Methode hat. Mit ihren thematischen Schwerpunkten und spannenden Exponaten, ihrer Gestaltung und Wandlungsfähigkeit wird die Ausstellung Anknüpfungspunkte für sämtliche Aktivitäten des Forum Wissen und die Interessen eines heterogenen Publikums bieten.

Den Zugang zu dem umfangreichen Themen-Kosmos des Forum Wissen finden Besucher über einen Parcours durch 13 Räume – darunter typische und altbekannte, aber auch unerwartete oder gar surreale Räume, wie etwa ,Auf Reisen‘, ,Am Schreibtisch‘, ,Auf dem Holzweg‘, oder ,Die Badewanne‘.

Ein besonders prominenter Weg wird den Spuren der Göttinger Nobelpreisträger folgen. Alle, von Robert Koch im Jahr 1905 bis zu Stefan Hell 2014, tauchen in der Ausstellung mit mindestens einem Exponat auf – ganz selbstverständlich eingebunden in das Gesamtkonzept.

Eine einzigartige Einrichtung ist das geplante Objektlabor: ein zentral im Forum Wissen angesiedelter Seminar- und Laborraum, der von einem gläsernen Hochregal umschlossen ist. In dem Objektlabor stehen aus verschiedenen Sammlungen temporär zusammen gestellte Objekte zur Untersuchung im Labor, für interdisziplinäre Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekte bereit. Das gläserne Hochregal bildet als Schaufenster die Vielfalt der Sammlungen ab – und gibt gleichzeitig den Blick auf den im Inneren ablaufenden Forschungs- und Lehrbetrieb frei.
Hier können Wissenschaftler unterschiedlicher Fächer gemeinsam an Objekten aus den verschiedenen Sammlungen der Universität Göttingen forschen und mit ihnen lehren.