Thomas Oppermann über die Lage der SPD

© Entscheider Medien GmbH
Text von: redaktion

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag spricht heute in einem Interview im “Handelsblatt“ über sinkende Mitgliederzahlen, die Kindergelddebatte und den Mindestlohn.

Die CDU hat die SPD erstmals als mitgliederstärkste Partei abgelöst. Für den Göttinger Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag, allerdings kein Grund für „Triumphgeheul“. Wenn beide Volksparteien kontinuierlich Mitglieder verlören, sei die Frage, wer gerade die Nase vorn habe, eigentlich zweitrangig. „In Wirklichkeit ist dies ein Wettbewerb Not gegen Elend“, findet der 54-Jährige, der seit 1980 SPD-Mitglied ist. Eine Lösung dieser Probleme sieht Oppermann darin, die Menschen wieder direkter anzusprechen. „Es geht um einen Wettbewerb der Ideen.“

Beim Kindergeld könnte seiner Meinung der Kompromiss in der Koalition darin liegen, „dass wir uns auf eine einheitliche Erhöhung des Kindergeldes einigen“. Der vierfache Vater lehnt eine Staffelung des Kindergeldes ab: „Ich finde den Gedanken, dass der Staat für jedes Kind das gleiche Kindergeld zahlt, sehr viel sympathischer.“

Bei der Frage, ob die Zeitarbeitsbranche nicht ins Entsendegesetz aufgenommen wird, hat Thomas Oppermann seine eigene Meinung: „Die Leih- und Zeitarbeit darf nicht zum Einfallstor für Dumpinglöhne und gespaltene Belegschaften werden.“ Sie dürfe keine Dauereinrichtung für Firmen sein, um bestehende Arbeitnehmerrechte zu unterlaufen und die Gruppe der Mitarbeiter zu spalten.