Survival-Abend für Unternehmer

©BVMW Südniedersachsen
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Rüdiger Nehberg begeisterte beim 12. Business-Treff des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) der Region Südniedersachsen im PS.Speicher in Einbeck.

„Es gibt Schlechtere“ – mit diesem Spruch warb der ehemalige Bäcker aus der Vorstadt Hamburgs für seine Bäckerei. Und hatte damit Erfolg. Auch seine Aktion, seinen Kunden beim Kauf von Süßem eine Zahnbürste zu schenken. „Die Leute rannten mir den Laden ein“, staunt er noch heute. Er erreichte damit sein Ziel: ins Gespräch kommen, Aufmerksamkeit zu erreichen und die Presse zu interessieren. „Eine Strategie haben und sich durch Individualität zu unterscheiden, führt zum Erfolg“, verriet er den Teilnehmern des zwölften BVMW-Business-Treff, zu dem Unternehmer und Regionalleiter Jörn Kater geladen hatte.

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Über 100 Gäste wurden in den Bann des Referenten gezogen, der mit  Humor und Begeisterung von seinem ereignisreichen Leben berichtete. Dass es mit einer selbstgebauten Kletterwand in seiner Bäckerei seinen Anfang nahm und ihn schon immer die Ferne interessierte. „Das wichtigste sind gute Mitarbeiter. Nur dann kann man es sich erlauben, als Unternehmer für drei Monate eine Auszeit zu nehmen.“ Seine erste Survival-Aktion war eine 1.000-Kilometer-Wanderung, ohne Lebensmittel und Ausrüstung, die nächsten Touren wurden extremer, aber er wusste „dass Überleben möglich ist“, wenn man sich vorher überlegt, was auf was man sich vorbereiten muss: „Man muss auch einen Plan B haben.“

So auch bei seinen Aktionen zur Rettung der Yanomami-Indianer in Brasilien. Als er selbst Goldsucher wurde, um die Zerstörungen zu dokumentieren, denn: „Man muss die Dinge bebildern und sie publizieren, damit die Menschen sie wahrnehmen.“

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Das, so erzählte er anschaulich, gelte auch für sein aktuelles Projekt „Target“, mit dem er, gemeinsam mit seiner Frau, gegen die Beschneidung von Mädchen kämpft. Viele islamische Religionsführer haben dies dank seiner Aufklärung schon als Sünde des Islam erklärt. Doch es ändert sich nur langsam etwas.

„Mir bleibt nicht mehr viel Zeit. Aber ich kämpfe weiter für meine Vision – denn wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Beeindruckt von so viel Engagement und Unerschütterlichkeit fanden die Teilnehmer im anschließenden Gespräch viele Dinge, die noch zu bewegen sind.

Gastgeber Jörn Kater, Leiter der Wirtschaftsregion Hannover und des Kreisverbandes Südniedersachsen, hat damit sein Ziel erreicht: vorwärts zu denken. Auch mit den nächsten Veranstaltungen – vom Polit-Talk über Firmenbesichtigungen und Kultur-Ausflüge bis zu weiteren Business-Treffen –sind Unternehmer eingeladen, die Region zu vernetzen und sie voranzubringen.