Strahlenschäden

Text von: redaktion

Wissenschaftler an der Universität Göttingen und am Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation haben herausgefunden, dass ein hydratisiertes Elektron bei der Krebs-Bestrahlung möglicherweise viel gefährlicher für die DNA ist als freie Radikale.

Lange Zeit nahm man an, dass die Schäden an der menschlichen Erbsubstanz (DNA) durch Hochenergiestrahlung in erster Linie durch so genannte freie Radikale hervorgerufen werden.

In Zusammenarbeit mit Kollegen aus Leipzig und Berlin, stießen die Forscher jetzt erstmals auf eine bisher unbekannte Spezies: das nur teilweise gelöste Elektron an einer Wasser-Grenzfläche.

Diese Elektronen sind offenbar deshalb so gefährlich, weil sie aufgrund ihrer „gerade passenden“ (Bindungs-)Energie ebenfalls DNA spalten können.

Da sie lange leben, können sie ihre schädigende Wirkung zudem besonders gut entfalten.

„Unsere Forschungsergebnisse könnten dazu führen, dass Strahlungsdosen in Zukunft möglicherweise neu bewertet werden müssen.

Der neue DNA-Spaltungsmechanismus könnte dabei möglicherweise auch Auswirkungen auf die Dosierung der Strahlentherapie von Krebs haben“, so der Leiter der Arbeitsgruppe Bernd Abel von der Universität Göttingen.

Bernd Abel ist Mitglied der Graduiertenschule für Neurowissenschaften, seit 2008 ist er außerdem Professor für Physikalische Chemie und Reaktionsdynamik an der Universität Leipzig.

Udo Buck und Manfred Faubel arbeiten am Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation.