Starker Handel

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Text von: redaktion

Zehn Jahre Kauf Park - faktor zeigt, wie die Konkurrenz das Geschäft belebt.

Es ist der 5. November 1998….,Der Kauf Park hat seine Pforten geöffnet und bietet den Verbrauchern eine neue Einkaufswelt. 60 Geschäfte unter einem Dach ermöglichen seitdem wetterunabhängiges Einkaufen. „Unser Anspruch war, dass motorisierte Familien mit einer Kofferraumladung den ganzen Wocheneinkauf erledigen können“, sagt Andreas Gruber, seit Anbeginn Center-Manager. Hitzige Diskussionen und zwei Gutachten gingen der Eröffnung voraus. Werden die Kunden noch in der City einkaufen wollen, wenn sie am Kauf Park kostenlose Parkplätze und überdachtes Einkaufen haben können? Die Befürchtungen der Einzelhändler, sowohl in Göttingen als auch in den umliegenden Gemeinden, waren groß. Die Gutachten prophezeiten einen Kaufkraftabzug aus der Innenstadt von zwar „nur“ 2,5 bis 5 Prozent – ein unschöner, aber vertretbarer Wert – doch die Euphorie der Konsumenten in den ersten Tagen trug nicht zur Beruhigung bei.

Alle Schritte des Kauf Parks werden seitdem sehr genau beobachtet. Schon als klar wurde, dass sich die Konkurrenz am Stadtrand nicht mehr verhindern lässt, reagierte die Gegenseite. …Und so gründete sich ebenfalls 1998 Pro City Göttingen, aufgegliedert in eine GmbH und einen Förderverein. Bei Innenstadt relevanten Themen vertritt Pro City e.V. in vielen Gremien die Interessen der Gemeinschaft. Die Geschäftsführung obliegt dem Citymanager. …Die Interessen zu bündeln, ist bis heute die große Herausforderung. Erschwerend kommt hinzu, dass nur 180 von ca. 750 Geschäften im Verein organisiert sind. Da tut sich der Kauf Park leichter, denn dort sind von vornherein die Ziele gesteckt: ein einheitlicher Auftritt und gemeinsame Aktionen. Die einheitlichen Öffnungszeiten wurden sobald möglich auf 20 Uhr ausgeweitet…….

Als fünf Jahre später die Erweiterung spruchreif wurde, wiederholte sich die Kritik von 1998: von Arbeitsplatzgefährdung und Verödung der Innenstadt war die Rede. Befürworter argumentierten, dass die City durch die steigende Zahl auswärtiger Besucher profitiere, die Investition der Göttinger Wirtschaft zu Gute käme und rund 150 Arbeitsplätze geschaffen werden. Diverse Gutachten sowie die abschließende Feststellung der Verwaltung bewiesen die Innenstadtverträglichkeit. ….

Pro City….berief im Mai 2007 Beate Behrens, die bereits Erfahrungen als Stadtmanagerin in Rinteln sammelte. Diverse Aktionen in der City haben sich mittlerweile als Publikumsmagnet etabliert, doch die Umsätze stagnieren. Mit dem Kauf Park habe man sich arrangiert, so Behrens, die Käuferschichten seien unterschiedlich. „Im Kauf Park tätigt man Lastkäufe, in der Innenstadt dagegen Lustkäufe“, formuliert es Rainer Lademann, Professor am Marketinginstitut der Universität Göttingen.

Um für Investoren die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen, werden jetzt, im Rahmen einer Leitlinie 2020, unter anderem Bebauungspläne deren Bedürfnissen angeglichen, erläutert Burkhard Uhlig, Leiter des Göttinger Planungsamtes. Denn „ohne neue Anbieter kann man keine weiteren Kunden in die City ziehen und dafür muss man größere Flächen schaffen“, weiß Experte Lademann. „Die Vielfältigkeit gehört zu einem Oberzentrum und macht es interessant“, sagt Gruber. Und während er sich über jede weitere Geschäftseröffnung freut, welche die Attraktivität von Göttingen steigert, diskutiert die Stadt weiter über den richtigen Mix von Handel, Kultur, Wohnen und Verkehr. Währenddessen freuen sich die Händler in Kassel, Hannover und Braunschweig.

Den kompletten Artikel lesen Sie im faktor-Magazin 03/2008

Text: Claudia Klaft Fotografie: Alciro Theodoro da Silva