Sponsoren schließen Finanzierungslücke bei BG-Damen

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Text von: redaktion

Dank der Unterstützung der regionalen Wirtschaft können die BG 74-Damen aufatmen: Auch langfristig wollen sie Top-Level-Basketball mit regionalen Talenten ermöglichen. Problemlage und Lösung verkündeten Mannschaft und Sponsoren am Donnerstag, 12. Januar, bei einer Pressekonferenz in der Sparkasse Göttingen.

Die Situation stellte sich dramatisch dar. So musste der am 24. Oktober 2011 neu gewählte Gesamtvorstand der BG 74, dem neben dem Vorsitzenden Wessel Lücke und Frank Lackermeier Michael Arciuch und Steffen Kuberczyk angehören, die drohende Einstellung des Spielbetriebs feststellen. Rund 80.000 Euro seien nötig gewesen, um die Saison 2011/2012 inklusive Playoffs zu ende bringen zu können, umreißt Rainer Hald das Problem. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Göttingen berichtet, dass ihn Trainerin Jennifer Kerns und Laura Medina Mitte Dezember darauf aufmerksam gemacht hätten.

Verlässliche Strukturen und Planungssicherheit

Hald: „Die vergangenen Wochen haben wir dann genutzt, um den Aufbau professioneller Strukturen und eines geordneten Managements zu begleiten.“ Er sehe die Sparkasse dabei vor allem als Mittler und Schnittstelle zu einem weitreichenden Netzwerk. Ein Problem, bereitwillige Sponsoren zu gewinnen, habe er nicht ausmachen können. „Wichtig war für Unternehmer die Frage, wie ihr Geld verwendet wird. Dass es nicht in schwarzen Löchern verschwindet sondern sinnvoll eingesetzt wird.“ Garantiert wird dies, da die bisherige Aufgaben der Unternehmer-Gesellschaft (UG), die den Spielbetrieb der BG-Frauen wie auch der Regionalliga-Herren gewährleistet hatte, in eine neue UG überführt wurde. Ehrenamtlicher Geschäftsführer der „BG 74 Veilchen Ladies“ ist Hannes Stechmann.

Als Gesellschafter der Veilchen Ladies fungiert unter anderem die BG 74 mit 51 Prozent, vertreten durch Arciuch. Ralf Müller-Issberner, leitender Oberarzt der Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie an der Weender Klinik, ist Vertreter der Sponsoren. Speziell für die Finanzen der UG ist Juan Medina verpflichtet. Vor diesem verbesserten Hintergrund sei es sogar möglich gewesen, einige Sponsoren wieder zu gewinnen, „die sich eigentlich schon verabschiedet hatten“, betont Hald.

Unterstützer und Nachahmer gesucht

Insgesamt habe sich die Situation massiv verbessert und der nötige finanzielle Rahmen sei geschaffen, sagt Hald. Er stellte zugleich heraus, dass es besser sei, „viele kleine Unterstützer zu haben, als einen großen, der eventuell Morgen abspringt.“ Ähnlich äußerte sich auch Norbert Liekmeier (Sponsor Stadtwerke Göttingen), der auf die Initiative für die BG-Herren verwies: „Wir sprechen auch bei den Damen nicht nur große Firmen an sondern suchen nach wie vor kleine, private Unterstützer.“ Auch mit deutlich weniger Euro von deutlich mehr Einzelgebern komme man zum Ziel.

Auch Vertreter der derzeitigen Sponsoren kamen bei der Konferenz zu Wort, dazu gehören: Armin Asselmeyer (Sanitätshaus o.r.t.), Rolf-Georg Köhler (Städtische Wohnungsbau Göttingen), Norbert Liekmeier (Stadtwerke), Bernt R. A. Sierke (Private Fachhochschule Göttingen), Marcus Weinhagen (Trinos /Pfeiffer Vacuum) und Marko Weinrich (Sycor). Einig zeigen sich die Wirtschaftsvertreter darin, dass die Mannschaft langfristig Planungssicherheit gewinnen müsse. Derzeit sehe man den Erfolg, den die vor Jahren angestoßene Jugendförderung ermöglicht habe – nun sei es nötig, den jungen Talenten, die allesamt aus der Region stammen, auch weiterhin Perspektiven zu bieten und sie an Göttingen zu binden. Gleichzeitig arbeitet Hald damit das Besondere der Damen heraus: „Die Spielerinnen stammen eben fast alle aus der Region. In den vergangenen Wochen habe ich mit besorgten Eltern, Schulleitern und -lehrern gesprochen.“ Dies sei auch ein deutlicher Unterschied dazu, ansonsten mit Managern zu tun zu haben. Entsprechend zeigen sich auch die Sponsoren motiviert: „Durch unser Engagement gewinnen wir, mit unserer überregionalen Ausrichtung, vermutlich nicht einen Kunden – unser Einsatz ist ein Dank an die gute Arbeit der Mannschaft und ein Zugeständnis an unsere eigene regionale Verwurzelung“, so Weinhagen von Trios.

Für die besondere Intention hinter dem Einsatz der Wirtschaft, steht beispielhaft die Private Fachhochschule Göttingen. Siercke: „Als Hochschule verstehen wir uns als Ansprechpartner für ein Coaching, nicht sportlich sondern beruflich.“ Dazu gehören Stipendien wie auch berufsbegleitende Ausbildung, um den Spielerinnen eine gesicherte Zukunft zu ermöglichen. Generell sei es Ziel, erläutert Hald, das Umfeld so zu gestalten, dass sich die jungen Frauen auf Ausbildung, Beruf und Basketball konzentrieren könnten.

Noch etwas anderes stellt Hald klar: Das Engagement der Sponsoren für die Damen werde nicht zulasten der Herren gehe, wie oft gemunkelt werde. „Wir werden alle Versprechen und Verträge einhalten.“