Spitze der Universität ist weiblich

© Georg-August-Universität
Text von: Claudia Klaft

Zum ersten Mal in der Geschichte der Georg-August-Universität hat eine Frau das Präsidentenamt übernommen. “Es wurde ja auch mal Zeit“ sagte der niedersächsische Ministerpräsident McAllister in seiner Rede bei der feierlichen Amtsübergabe an Ulrike Beisiegel in der Stadthalle Göttingen am 10. Januar 2011.

Anlässlich der akademischen Feier zur Übergabe des Präsidentenamtes sorgten 600 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft für eine vollbesetzte Stadthalle.

Nach der Begrüßung durch Markus Hoppe, Vizepräsident der Universität, ergriff David McAllister das Wort. Er würdigte zunächst die Verdienste des scheidenden Präsidenten Kurt von Figura: dass Göttingen nun eine Exzellenzuniversität vorweisen kann und auch, dass die Drittmitteleinnahmen in seiner 6-jährigen Amtszeit mehr als verdoppelt wurden „was den niedersächsischen Finanzminister sehr freut“. Kurt von Figura sei „ein Mann mit Ecken und Kanten“, der vieles bewegt, angestoßen und umgesetzt habe.

Im 274. Jahr des Bestehens der Georgia Augusta sei nun endlich eine Frau an der Spitze, und eine bessere Beraterin und Managerin für die zukünftigen Aufgaben als Ulrike Beisiegel könne er sich nicht vorstellen, betonte McAllister. Und er versprach umfassende Unterstützung des Landes Niedersachsen als verlässlicher Partner der Universität.

Wilhelm Krull, Vorsitzender des Stiftungsrates der Georg-August-Universität, zeigte sich in seiner Rede davon überzeugt, dass Ulrike Beisiegel die Universität, und mit ihr den Göttingen Research Campus, in eine glanzvolle Zukunft führen könne. „Ihre Tätigkeit als Ombudsmann der Deutschen Forschungsgemeinschaft und als Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrates unterstreichen Ihre herausragende Reputation als eine geradlinige, couragierte und klarsichtige Führungsperson mit großen kommunikativen Fähigkeiten.“

In seiner Abschiedsrede dankte Kurt von Figura den Mitgliedern der Universität, ihren Vertretern in Gremien und den Mitarbeitern im Präsidium und der Zentralverwaltung. „Auch wenn es manchmal Sturm gab“, so sei seine Amtszeit doch von Glück begünstigt gewesen. Dazu gehörten u.a. die verlässliche Grundfinanzierung und die Einführung von Studienbeiträgen. Er wünschte Ulrike Beisiegel Kraft, Mut und Fortune.

„Mein Ziel für unsere Universität ist es, mit einer gezielten Entschleunigung im Prozess der Wissenschaft den Raum für kreatives Arbeiten zu geben sowie die Zeit zur Korrektur der unvermeidlichen und oftmals keineswegs kleinen Irrtümer“, sagte Ulrike Beisiegel in ihrer Antrittsrede. Der zeitliche Druck im Wissenschaftssystem sei ein ernsthaftes Problem geworden, und sie freue sich über viele Menschen, die den Mut finden würden, sich mit ihr gemeinsam gegen diese Entwicklung zur Wehr zu setzen.

Beisiegel versprach, alles zu tun, um den Status der Universität in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative zu behalten. Zudem möchte sie eine strukturierte Kooperation mit außeruniversitären Einrichtungen in Göttingen etablieren, die Zusammenarbeit im Göttinger Research Campus intensivieren, innovative Lehrkonzepte schaffen und die wissenschaftlichen Sammlungen der Universität für die aktuelle Forschung und Lehre stärker nutzen.

Nach dem musikalischen Abschluss durch das Göttinger Universitätsorchester waren die Gäste noch zum Empfang im Foyer geladen.