Hoppla, hier bin ich!

©shutterstock: Kirill Makarov
Text von: Tracy Evans

Mit großen Erwartungen hat sich in den letzten Jahren knapp die Hälfte aller deutschen Unternehmen in die sozialen Netze aufgemacht. Aber nicht alle sehen ihre Erwartungen dort erfüllt. Das liegt nicht zuletzt an den Nutzern, die sich tief greifender verändern, als mancher vermutet …

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Früh Klarheit schaffen
Kleinere Unternehmen tun sich bei den grundlegenden Entscheidungen im Social- Media-Marketing oft leichter als große, weil Befugnisse in wenigen Händen liegen oder gleich Chefsache sind. Ihr Handicap tritt häufig zutage, wenn die Entscheidungen gefallen sind: Eine dünnere Personaldecke kann das kontinuierliche Produzieren von Content und die Betreuung der Kanäle zur Belastung werden lassen. So einfach pauschalieren darf man die Sache mit der Größe allerdings nicht. Insgesamt ist zu beoachten, dass kleine und mittlere Firmen Maßnahmen im Social-Media- Marketing deutlich zögerlicher umsetzen als große; etablierte Unternehmer sind weniger experimentierfreudig als Jungunternehmer, und je näher eine Firma der Software- und Tech-Branche steht, desto social-media-affiner ist sie. Aber ganz gleich, ob das Unternehmen zehn oder 100 Mitarbeiter hat – eine frühe und klare Aufgabenverteilung beugt Knoten im Workflow vor. Ein nützliches Tool ist hier die ,RACI‘-Matrix. In ihr listet man alle anfallenden Aufgaben bei der Betreuung der Social-Media-Präsenzen auf und weist zu, wer durchführungsverantwortlich, kostenverantwortlich, zu konsultieren und zu informieren ist. o.

Mit Experimentierfreude an die Content-Front
Artikel, Tipps und Seminare, wie man Content gestaltet, der ,funktioniert‘, Produkte ‚erlebbar‘ macht, und Zielgruppen durch ‚Storytelling‘ erreicht, gibt es wie Sand am Meer. Noch mehr wurde über die ideale Länge und Häufigkeit von Posts geschrieben. Aber kein Unternehmen ist wie das andere. All diese Quellen liefern lediglich gute Startpunkte, um eine eigene Contentstrategie zu entwickeln, und Ideen, um sie zu verfeinern. Der Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt: vom Produktlaunch mit Erklärvideos auf YouTube über Präsentationen auf Slideshare bis zu exklusiven Produktpreviews auf Vimeo mit Passwortzugang oder Einladungen zur Verkostung über Foursquare. Boutiquen stellen Kollektionen vor und Vertriebsberater die Vorzüge eines Produkts in How-to-Serien auf YouTube. Es müssen nicht gleich langfristige Visionen und große Meilensteine sein. Gerade kleine Social-Media- Kampagnen mit klar festgelegten Phasen sind eine gute Methode, um Erfahrungswerte zu sammeln.

Schick ist schön, authentisch ist besser
Natürlich macht Content mit qualitativ hochwertigen, gestylten Fotos und Videos Eindruck. Aber auch Authentizität, Spontanität und Aktualität haben einen Charme, den Social-Media-Nutzer zu schätzen wissen und der sie über die eine oder andere Qualitätslücke hinwegsehen lässt. Nur ganz verzichten auf Augennahrung sollte man nie! Nach Untersuchungen erfassen 65 Prozent aller Menschen Informationen besser, wenn sie visuell aufbereitet sind. Weniger tolerant übrigens zeigt sich der Social-Media-Nutzer bei Stilbrüchen im Ton. Er möchte auf seinen Lieblingstummelplätzen im dort gängigen Idiom angesprochen werden. Von der Verwendung von Hashtags über typische Abkürzungen bis hin zu Vokabeln – jede Plattform hat ihren eigenen Jargon, den man respektieren sollte.

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