So findet der regionale Mittelstand Gehör in Berlin

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Um das spannende Thema Lobbyarbeit ging es beim BVMW-Unternehmerfrühstück ‚Politik am Morgen‘ im BurgHotel Nörten-Hardenberg, zu dem Jörn Kater, Regionalleiter Südniedersachsen des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband Deutschlands e.V. (BVMW), geladen hatte.

Auf die einleitende Frage „Wie funktioniert Lobbyarbeit und wie setzt sich der BVMW für die Interessen des Mittelstands ein?“ antwortete Philipp Konhäuser, stellvertretender Leiter Public Affairs:

„Dazu gibt es vielschichtige Antworten.“

Und die gab er im Laufe der Veranstaltung an die anwesenden 40 Unternehmerinnen und Unternehmer: Von der täglichen Arbeit, Positionspapiere zu schreiben, Medienpräsenz zu pflegen, Fachpolitiker einzuladen bis hin zu den strategischen Maßnahmen, der Stimme des Mittelstands Gehör zu verschaffen.

„In Berlin kanalisieren wir die Belange unserer Mitglieder, und bereiten diese für die Politik so auf, dass sie beachtet werden.“ Dazu gehöre sowohl das Wissen über stattfindende Ausschüsse, die das jeweilige Thema behandeln, als auch über die Ansprechpartner. „Wichtig ist, die richtigen Leute zu kennen, die politisch auch etwas bewegen können“, sagt Konhäuser.

Der BVMW selbst hat themenbezogene Referenten sowie eine volkswirtschaftliche Abteilung in der zum Beispiel die Auswirkungen des Brexits und der Elektromobilität diskutiert werden. Die PR-Abteilung schließlich sorgt dafür, dass die Fachmeinung auch die entscheidenden Personen erreicht. Zu Gesetzentwürfen werden die Meinungen vieler Verbände eingeholt, auch vom BVMW, der die Positionen von Klein- und mittelständischen Unternehmern weitergibt.

„Man muss hartnäckig am Ball bleiben“, so Konhäuser, „denn oft brauchen solche Prozesse zwei oder drei Jahre. Die Mühlen der Politik mahlen langsamer, als Unternehmer es gewohnt sind.“

Selbst Spitzenpolitiker seien „nur“ Menschen, mit denen man gut auf Augenhöhe reden könne, betont Konhäuser. Doch politisch etwas zu bewegen sei eben nur möglich, wenn man direkt ins Geschehen involviert ist, also in Berlin und auch in Brüssel. Schließlich spricht der BVMW im Rahmen seiner Mittelstandsallianz für mehr als 270.000 Unternehmen mit rund neun Millionen Beschäftigten.

„Nur ein florierender Mittelstand kann Arbeitsplätze schaffen und sichern“, betont Gastgeber Jörn Kater.

Darum ermuntere er regionale Unternehmen, ihre Fragen an ihn weiterzutragen, um letztendlich vom Gehör, das der BVMW in der Politik findet, zu profitieren. Die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer nutzten die aufschlussreiche Diskussionsrunde schon für erste Anregungen.

„Diese direkten Gespräche sind erfrischend“, resümiert ein Teilnehmer, „denn sie zeigen, dass die Politik gar nicht so abgehoben ist, wie man meint.“

‚Politik am Morgen‘ wird am 11. Mai um acht Uhr im Hotel Freigeist Northeim mit Bernd Althusmann, Landesvorsitzender der CDU Niedersachsen, fortgesetzt.