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©Alciro Theodoro da Silva
Text von: Anne Schneller

Birgit Feeß, Geschäftsführerin von Pro Hannover Region, über ihre Berufung, Panini-Bilder und das Netzwerk der Netzwerke.  

Pro Hannover Region – Verein zur Entwicklung der regionalen Wirtschaft e.V., kurz: PHR, ist das größte Wirtschaftsnetzwerk in der Region Hannover. Seine rund 400 Mitglieder repräsentieren 350 Unternehmen mit Insgesamt 50.000 Beschäftigten. Dabei konzentriert sich der branchenübergreifende Verbund auf die Standortentwicklung und die Wachstumsziele seiner Mitglieder und greift wirtschaftsfördernde Themen auf – durchaus mit Erfolg.

Pro Hannover Region – Verein zur Entwicklung der regionalen Wirtschaft e.V., kurz: PHR, ist das größte Wirtschaftsnetzwerk in der Region Hannover. Seine rund 400 Mitglieder repräsentieren 350 Unternehmen mit Insgesamt 50.000 Beschäftigten. Dabei konzentriert sich der branchenübergreifende Verbund auf die Standortentwicklung und die Wachstumsziele seiner Mitglieder und greift wirtschaftsfördernde Themen auf – durchaus mit Erfolg. Seit 2012 lenkt nun Birgit Feeß als Geschäftsführerin die Geschicke von PHR und hat dabei ehr im Blick als nur das eigene Netzwerk. Im Interview spricht die studierte Betriebswirtin über Erlebtes, erreichtes und über Anzustrebendes.

PHR gibt es jetzt seit gut 15 Jahren. Was hat sich in dieser Zeit getan?
PHR wurde im Jahr 2000 unter dem Eindruck der EXPO gegründet. Damals wollten knapp zwei Dutzend Unternehmer den EXPO-Gedanken ,Hannover geht nach draußen‘ weiterführen und verstetigen. Einmal im Monat trafen sie sich um gemeinsamen Frühstück. Zunächst waren sie dort unter sich. Aber nur kurze Zeit – denn das Konzept ,Frühstücks-Talk‘ kam gut an –, und der kleine Kreis wurde schnell größer. Innerhalb weniger Jahre hatte HR 400 Mitglieder. Auf diesem Niveau haben wir uns stabilisiert.

Sie sind seit gut drei Jahren Geschäftsführerin von PHR – wie bewerten Sie Ihren Start aus heutiger Sicht?
Nun, bei meinem Amtsantritt kam mir zugute, dass PHR für mich kein Neuland bedeutete. 2006 war ich als Unternehmensvertreterin ins Netzwerk entsandt worden. Ich hatte also PHR schon sechs Jahre lang aus der Mitgliederperspektive kennengelernt und erlebt und wusste somit – zumindest in etwa –, was mich erwartet. Mit einem Amtsantritt hatte ich somit die Seite gewechselt. Dass ich die andere Seite gut kannte, hat mir bei meiner Arbeit sehr geholfen. Ich wusste nicht nur, was mir selbst als Mitglied gefällt, sondern auch, was andere Mitglieder gut finden, was sie als wichtig ansehen und was sie sich wünschen.

Was war und ist Ihnen besonders wichtig?
Wichtig ist mir, Menschen zusammenzubringen. Netzwerken empfinde ich wirklich als meine Berufung. Dass ich die zum Beruf machen konnte, ist ein großes Glück.

Und was ist Ihren Mitgliedern besonders wichtig?
Das sind die Frühstücks Talks: 45 Minuten Impulsvorträge und 45 Minuten Netzwerken, einmal im Monat morgens um acht, immer in einer anderen interessanten Location und immer mit Referenten, die etwas zu sagen haben. In der Regel haben wir da 140 bis 150 Teilnehmer. Anfang Mai waren wir beispielsweise im Landesmuseum in Hannover. Den 150. Talk haben wir letztes Jahr in der neuen Messehalle 19/20 begangen. Dieses Format ist die Visitenkarte des Vereins.

Was vermissten Sie seinerzeit bzw. was wünschten Sie sich?
Angebote, bei denen sich unsere Mitglieder informell treffen können, um auch außerhalb der ,Arbeitsebene‘ gemeinsam etwas zu unternehmen. Bei meinem ersten Frühstücks Talk als PHR Geschäftsführerin – im März 2012 – hatte ich meinen Motorradhelm dabei. Einige der Anwesenden ,outeten‘ sich dann auch gleich als ,Biker‘, und im Mai unternahmen wir schon unsere erste gemeinsame Ausfahrt. Heute ist die Gruppe out und zum Thema Rücken gemacht, die Kooperationslotsen organisieren das Kooperations Café, die Gruppe ,Messe, Events, Kongresse‘ hat das neue Konzept ,Wirtschaftstage Hannover‘ mit entwickelt. Die von den Arbeitsgruppen entwickelten Konzepte werden mit dem Vorstand abgestimmt und dann eigenverantwortlich von der AG als Projekt durch geführt. Ein anderes Beispiel ist das Projekt ,Sichtwechsel: Wirtschaft trifft Soziales‘. Unter diesem Motto stellen sich die Sozialunternehmen bei PHR den übrigen Netzwerkmitgliedern vor. Bereits seit drei Jahren haben Mitarbeiter von PHR Mitgliedern die Möglichkeit, ein soziales Unternehmen ihrer Wahl zu besuchen, einen Tag oder mehrere Tage lang dort Mitzuarbeiten, Einblicke und Erkenntnisse zu gewinnen.

Was sehen Sie als Ihre wichtigste Aufgabe an?
Meine wichtigste Aufgabe ist es, Menschen zusammenzubringen und – das ist ja nicht davon zu trennen – für ensprechende Angebote und Rahmenbedingungen zu sorgen, also für Veranstaltungen und Gelegen etwa 40 Mitglieder stark, und es haben sich weitere Gruppen gebildet, die sich zum Segeln, Kickern, Drachenbootfahren oder auch zum Tanzen treffen. Überschaubare Gruppen, gemeinsame Interessen und Aktivitäten, zusammen etwas zu unternehmen und sich dabei kennenzulernen – diese Angebote machen unseren Mehr wert aus, über die Frühstücks-Talks und die Business Veranstaltungen hinaus. Letztlich geht es doch darum, einen Eindruck gewinnen: Kann ich den – oder die – um Rat fragen, kann ich mit ihm oder ihr Geschäfte machen?

Was funktioniert besonders gut bei PHR? Gibt es etwas, worauf Sie persönlich stolz sind?
Ich freue mich immer wieder darüber bzw. bin auch stolz darauf, dass PHR auf diese Weise durch seine Mitglieder und deren Aktivitäten lebt. Fast 20 Prozent unserer Mitglieder engagieren sich in einer der elf Arbeitsgruppen! Die Gruppen treffen sich regelmäßig und stellen gemeinsam, für alle anderen Mitglieder, etwas auf die Beine. Die Gesundheitsmanager haben etwas zu Burnout und zum Thema Rücken gemachtout und zum Thema Rücken gemacht, die
Kooperationslotsen organisieren das KooperationsCafé, die Gruppe ,Messe, Events, Kongresse‘ hat das neue Konzept ,Wirtschaftstage Hannover‘ mit entwickelt. Die von den Arbeitsgruppen entwickelten Konzepte werden mit dem Vorstand abgestimmt und dann eigenverantwortlich von der AG als Projekt durch geführt. Ein anderes Beispiel ist das Projekt ,Sichtwechsel: Wirtschaft trifft Soziales‘. Unter diesem Motto stellen sich die Sozialunternehmen bei PHR den übrigen Netzwerkmitgliedern vor. Bereits seit drei Jahren haben Mitarbeiter von PHR-Mitgliedern die Möglichkeit, ein soziales Unternehmen ihrer Wahl zu besuchen, einen Tag oder mehrere Tage lang dort mitzuarbeiten,

Was kann PHR von anderen Netzwerken lernen, und gibt es etwas, was andere von PHR lernen können?
Das versuchen wir gerade herauszufinden. Wir arbeiten aktuell daran, die Wirtschaftsnetzwerke hier in Hannover zusammenzubringen. Neun Netzwerke haben sich bereits zusammengeschlossen. Jedes der Netzwerke
hat einen anderen Schwerpunkt, unterschiedliche Philosophien und Arbeitsweisen. Jedes der Netzwerke hat einen anderen Schwerpunkt, eine andere Philosophie und eine andere Arbeitsweise. Wir halten es für wichtig, dass sich die Netzwerke miteinander vernetzen und etwas Gemeinsames machen. 2014 habe ich damit begonnen, die führenden Köpfe der anderen Wirtschaftsnetzwerke in Hannover anzusprechen. Am 16. Juni findet der 1. Netzwerktag Hannover statt.

Vielen Dank für das Gespräch.