Schöne Fremde

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Text von: redaktion

Über 20 norddeutsche Schauspielhäuser treffen sich vom 2. bis zum 11. Juni 2007 in Göttingen zum 24. Norddeutschen Theatertreffen.

Wir suchen Stücke aus anderen Welten, die von der Heimat und der Fremde erzählen und Verschleiertes und Offensichtliches thematisieren“, sagt Mark Zurmühle, Intendant des Deutschen Theaters Göttingen und Organisator des Theatertreffens. Das Besondere an diesem 24. Theaterfestival aller norddeutschen Bundesländer ist, dass das Motto „Schöne Fremde“, anders als zuvor, von den Göttinger Initiatoren vorgegeben wurde.

So schauten sich die Organisatoren über 70 Inszenierungen verschiedener norddeutscher Ensembles an und wählten schließlich 25 zum Thema passende Theaterstücke für den Spielplan aus. Das Norddeutsche Theatertreffen, das seit 1970 existiert, gehört zu den renommiertesten Treffen dieser Art. Es findet alle zwei Jahre statt und gastierte 1983 das letzte Mal in Göttingen.

Festivalmanager Ulrich Klötzner, der sich um die Finanzierung des Festivals kümmert, konnte mit dem Land Niedersachsen und der Toto-Lotto-Stiftung zwei Hauptsponsoren gewinnen, die jeweils 50.000 Euro zum Gelingen des Theatertreffens beitragen. Die gesamten Kosten des kulturellen Großereignisses in Göttingen belaufen sich auf 200.000 Euro.

Die überwiegende Anzahl der Theater verzichtet auf ihr Honorar; die höchsten Kosten entstehen durch Übernachtungen, Technik und Fahrten. Weitere Sponsoren sind unter anderem der Landschaftsverband Südniedersachsen, der Förderverein des Deutschen Theaters in Göttingen, die Sparkasse Göttingen, Sartorius, die Spedition Zufall und die HKS. „Wir freuen uns aber durchaus auch über weitere Sponsoren“, betont Klötzner.

Über eine Woche lang Theater, Musik und lebhafte Diskussionen

Mit ca. 8 000 Zuschauern und 500 anreisenden Darstellern und Technikern erwartet Göttingen über eine Woche lang neben Theater auch Musik, Spaß und lebhafte Diskussionen. „Die ganze Stadt soll mitfeiern“, erklärt Zurmühle enthusiastisch. Die Organisatoren planen, Bildschirme in Schaufenstern zu platzieren, auf denen Trailer der Theaterstücke gezeigt werden, „damit der Festivalcharakter in der Stadt noch besser verkörpert wird“, so der Intendant weiter. Außerdem sind zu den Premieren die Inszenierungsteams der eingeladenen Produktionen anwesend und stellen sich im Theaterzelt gemeinsam mit den Schauspielern dem Publikum vor. „Der Dialog ist ein großer Teil des Theatertreffens“, erläutert Zurmühle. Zusätzlich gibt es jeden Abend im Keller des Deutschen Theaters Premierenpartys mit Live-Musik.

Auf dem Spielplan des Theatertreffens stehen acht Uraufführungen, zwei deutschsprachige Erstaufführungen und sieben Produktionen für Kinder und Jugendliche. Als ein Theatererlebnis der ganz besonderen Art beschreibt Zurmühle die Aufführung der preisgekrönten Inszenierung „Mutter Afrika“ des Jungen Schauspielhauses Hamburg.

Für diese Großinszenierung konnte erstmalig die Lokhalle als Spielort gewonnen werden. Den Inhalt des schrill-schrägen Theater-Spektakels „Rock Op Platt“ des Ohnsorg-Theaters aus Hamburg beschreibt Zurmühle kurz und knapp: „Dieses Stück ist in Hamburg Kult.“ Besonders freut sich Zurmühle auf die Fortsetzung des Stückes mit dem Titel „Rock Op Platt – Episode Twee“.

Text: JOHANNA JENCKEL