Schnelle Hilfe bei Herzinfarkt

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Text von: redaktion

Innerhalb der ersten 120 Minuten nach dem Infarkt sollte ein Patient behandelt sein, damit seine Überlebenschancen optimal sind. Im Infarktnetz Göttingen gelingt diese Hilfe immer häufiger: Bei rund 70 Prozent der insgesamt 574 Infarktpatienten wurde das enge Zeitfenster für die Behandlung eingehalten.

Die schnelle Hilfe für Infarktpatienten der Region ist das Ergebnis einer gut abgestimmten und kooperativen Infarktversorgung im Infarktnetz Göttingen.

Maßgeblich dazu beigetragen hat auch die FITT-STEMI-Studie. FITT-STEMI (Feedback Intervention and Treatment Times in ST Elevation Myocardial Infarction) ist das Konzept zur Verbesserung der Behandlungszeiten von Herzinfarktpatienten. An der Studie nimmt die Brustschmerz Einheit (Chest Pain Unit CPU) am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gemeinsam mit führenden Zentren in Deutschland teil.

„Wichtig ist es vor allem, die Zeit vom Erstkontakt bis zur Wiedereröffnung des infarktbedingt verschlossenen Gefäßes zu verkürzen“, sagt Lars Maier, leitender Oberarzt der Abteilung Kardiologie und Pneumologie am Herzzentrum der UMG und verantwortlich für das Infarktnetz Göttingen.

Die Ärzte am Herzzentrum der UMG arbeiten bereits seit über 24 Monaten daran, diese so genannte „contact-to-balloon-Zeit“ zu verbessern. Neueste wissenschaftliche Daten belegen, dass diese Zeit bereits um rund 40 Minuten verkürzt werden kann, wenn zwischen allen Behandelnden eine systematische Rückkopplung (Feedback) stattfindet.

„Wir können stolz auf unsere Leistungen sein. Mit der Verbesserung der Behandlungszeiten helfen wir unseren Patienten unmittelbar. Unser Ziel ist es jedoch, dass alle Patienten in der angestrebten Zeit die Katheterbehandlung bekommen“, so Maier.

Betroffene, die mit ersten Anzeichen für einen Herzinfarkt in die Notaufnahme des Klinikums kommen, werden sofort an die Chest Pain Unit weitergeleitet und erhalten dort gezielte und rasche Hilfe.

Die Behandlungsqualität für Patienten mit Brustschmerz kann jedoch noch weiter verbessert werden. „Leider verkennen viele unserer Patienten den Herzinfarkt und rufen viel zu spät den Notarzt“, sagt Gerd Hasenfuß, Direktor der Abteilung Kardiologie und Pneumologie am Herzzentrum der UMG.