Schlaue Köpfe für die Region

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Text von: redaktion

Rund 50 Vertreter der Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen diskutierten Ende Juni über die Herausforderungen des Fachkräftemangels in der Region.

Die Volkshochschule Göttingen, die HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement und die Universität Göttingen hatten regionale Experten aus Unternehmen, Institutionen der Wirtschaftsförderung und des Arbeitsmarktes eingeladen, die Problematik „Brain Drain in Südniedersachsen“ zu beleuchten, vorhandene Ansätze aufzuzeigen und Perspektiven abzustecken.

In seinem Impulsrefererat „Schlaue Köpfe für die Region gewinnen: Wann, wenn nicht jetzt?“ konstatierte Gerd Litfin, Wissenschaftler und Unternehmer: „Wegen Ingenieursmangel wird der deutschen Wirtschaft innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre ein Wertschöpfungsmangel von ca. vier Milliarden Euro entstehen.“

Ländlich-langweilig

Der Fachkräftemangel werde seit zehn Jahren diskutiert, die politischen Lösungen blieben aus. Die Region Göttingen habe eine spezialisierte Industrie und zugleich eine hohe Lebensqualität. Ihr Image für Nicht-Göttinger sei aber nach wie vor ländlich-langweilig.

In weitergehenden themenfokussierten Foren wurde diskutiert, wie die Region Südniedersachsen sich besser aufstellen kann: Es gibt Weltmarktführer in der Region, aber die Absolventen kennen sie nicht und bewerben sich verstärkt in scheinbar attraktiveren Großstätten.

„Seit unserer Gründung haben wir keine Initiativbewerbung bekommen“, so Alfred Schneider, geschäftsführender Gesellschafter der PicoTrace GmbH. Das Unternehmen stellt Reinräume für renommierte Forschungseinrichtungen her.

Unübersichtliche Angebote

In der Region bieten viele Institutionen, vom Arbeitgeberverband bis zur Wirtschaftsförderung und den Kammern, Unternehmen die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Die Zielgruppe beklagte jedoch die Unübersichtlichkeit der Angebote.

Fazit: Die Region braucht mehr Transparenz, eine regional vereinbarte Arbeitsteilung zwischen den Institutionen, und vielleicht sogar eine (gemeinsame) Personalentwicklungsplanung.

Auf Seiten der Absolventen wurde angemerkt, dass viele Angebote entwickelt werden, ohne die Bedürfnisse der Studierenden und anderer „schlauer Köpfe“ zu kennen. Als Lösung wurde diskutiert, einen Studierenden bei der WRG als Lotse und Botschafter für mehr Transparenz einzusetzen.

Als Experten waren dabei:

  • Detlev Barth, Wirtschaftsförderung Region Göttingen GmbH,
  • Bettina Menzel, Robert Bosch GmbH, Andy Kaemling, Cinogy GmbH,
  • Jürgen Herbst, Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen,
  • Tobias Broda, Agentur für Arbeit Göttingen,
  • Alfred Schneider, PicoTrace GmbH.

Die Diskussionsleitung übernahm faktor-Herausgeber Marco Böhme.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projekts „iin.regio.n – Innovation für Regionalentwicklung im südlichen Niedersachsen“ gefördert durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und das Land Niedersachsen.