Schlaganfällen vorbeugen

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Text von: redaktion

Kardiologen des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) arbeiten jetzt mit einem neuartigen Verschlusssystem im Herzen, um Schlaganfällen bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen vorzubeugen.

Das Risiko einen Schlaganfall zu bekommen, ist bei Patienten mit Vorhofflimmern fünffach höher. Um dem vorzubeugen, werden meist starke Blutverdünnungsmittel eingesetzt. Bei einigen Patienten kommt es jedoch zu unkontrollierbaren Blutungen, wenn sie diese Medikamente nicht gut vertragen.

Die Kardiologen des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen arbeiten mit einem neuen Operationsverfahren, das das Schlaganfallrisiko in gleichem Maße senkt wie die Gabe von Blutverdünnern.

Mit einer Art „Stöpsel“ wird das Herzohr verschlossen, in dem sich die lebensbedrohlichen Blutgerinnsel meistens bilden. 20 Patienten wurden bisher mit diesem neuen Katheterverfahren am Herzzentrum Göttingen behandelt.

Der Eingriff mittels Herzkatheter ist minimal invasiv und dadurch schonend für die Patienten. Die Methode findet ohne Narkose am schlagenden Herzen statt. Nach meist nur ein bis zwei Tagen kann der Patient nach Hause entlassen werden.

Seit Anfang des Jahres 2011 übernehmen die Krankenkassen die Kosten für diese Behandlung.

„Für unsere Patienten, die keine Blutverdünner vertragen, bedeutet diese Methode eine echte Alternative und eine wertvolle Erweiterung unserer Behandlungsmöglichkeiten“, sagt Gerd Hasenfuß, Vorsitzender des Herzzentrums und Direktor der Abteilung Kardiologie und Pneumologie.