Sartorius zieht Bilanz

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Text von: redaktion

Auf der Pressekonferenz am 9. März 2010 zog Vorstandsvorsitzender Joachim Kreuzburg eine positive Bilanz des Geschäftsjahres 2009 und sprach von “sehr robusten Ergebnissen“.

Sartorius, international führender Labor- und Prozessausstatter, hat seinen operativen Gewinn im Jahr 2009 trotz der schwierigen gesamt-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gesteigert und ein operatives Ergebnis von 60,9 Mio. Euro nach 56,8 Mio. Euro im Vorjahr erzielt.

„Damit zählen wir zu den Unternehmen, die das Krisenjahr 2009 mit einer positiven operativen Ertragsentwicklung abschließen konnten“, kommentierte Joachim Kreuzburg die Jahresergebnisse auf der Bilanzpressekonferenz in Göttingen.

Die Biotechnologie-Sparte, die unter Sartorius Stedim Biotech (SSB) firmiert, konnte Umsatz (plus 9,4 Prozent) sowie Auftragseingang (plus 11,5 Prozent) deutlich steigern.

Wachstumstreiber war erneut das Geschäft mit Einwegprodukten für die biopharmazeutische Industrie, das auch künftig eine immer wichtiger werdende Rolle im Portfolio übernehmen soll.

Positiv sei vor allem, dass sich die Marktlage in Nordamerika wieder erholt hat, sagte Kreuzburg, denn dies sei der wichtigste Markt für die Sparte Biotechnologie.

Die Mechatronik-Sparte verzeichnete im Berichtsjahr vor dem Hintergrund der ausgeprägten Investitionszurückhaltung in fast allen Abnehmerbranchen eine deutlich verringerte Nachfrage.

Dabei war das Geschäft mit industrieller Wäge- und Kontrolltechnik noch etwas stärker betroffen als das Geschäft mit Laborinstrumenten. Dahingegen zeigte sich das Service-Geschäft robust.

Trotz des rückläufigen Umsatzes konnte die Mechatronik-Sparte im Berichtszeitraum ein leicht positives operatives Ergebnis in Höhe von 0,7 Millionen Euro erreichen (Vorjahr: 17,1 Millionen Euro).

Mit einem umfangreichen Restrukturierungsprogramm wurden die Spartenstrukturen den veränderten Marktbedingungen angepasst und die jährliche Kostenbasis um rund 30 Millionen Euro reduziert.

Während bisher die Chemiebranche größter Abnehmer war, sollen zukünftig verstärkt Unternehmen der Lebensmittel- und Pharmabranche als Kunden gewonnen werden.

Hier sieht Kreuzburg enormes Wachstumspotential, begründet durch die Demografie-Entwicklung und die Globalisierung.

Das Produktportfolio mit dem bisherigen Schwerpunkt Wägetechnik wird daher durch neue Angebote für komplexe Produktionsabläufe ergänzt.

So z. B. durch eine Online-Prozess-Überwachung bei der Lebensmittelfertigung, die eine stetige Kontrolle von Feuchte, Zuckergehalt oder Fette ermöglicht.

Um diese Geschäftsfelder vorantreiben zu können, sollen Kooperationen mit externen Partnern aus Wissenschaft und Industrie geschlossen werden.

Weiterhin sollen zum einen Synergie-Effekte beim Laborvertrieb und Software-Entwicklung zwischen den beiden Sparten und zum anderen das internationale Produktionsnetzwerk besser genutzt werden.

Auf die Frage, ob es Überlegungen gäbe, die Mechatronik-Sparte zu veräußern, antwortete Kreuzburg mit einem klaren Nein. Und weiter: „Wir sehen uns in Bezug auf Akquisitionen in einer aktiven Rolle. Aber wir sind nicht in Eile.“

In 2010 arbeite Sartorius weiter an der zügigen Umsetzung der Neu-Ausrichtung der Mechatronik und strebt ein Wachstum in der Biotechnologie-Sparte bei den Schlüsselkunden vermehrt mit Einwegprodukten an.

Insgesamt, so Kreuzburg, wird der Standort Göttingen sogar gestärkt.