Rotes Wasser – Bach im Solling wird barrierefrei

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Text von: redaktion

Fische und Kleinlebewesen sollen wieder grenzenlos im Roten Wasser wandern können. So lautete das Ziel der Niedersächsischen Landesforsten.

Die Forstleute entfernen in diesen Tagen Hindernisse und Störstellen aus dem typischen Sollingbach, damit Wasserbewohner den Waldbach von der Quelle bis zum Waldrand barrierefrei durchschwimmen können. Dazu lässt das Niedersächsische Forstamt Dassel vier schmale Rohrdurchlässe austauschen und statt dessen Großdurchlässe und eine Furt einbauen.

Die Naturschutzarbeiten sollen den ökologischen Zustand des Waldbaches verbessern. Auf einer Länge von fünf Kilometern fließt das Rote Wasser künftig naturnah zwischen Lauenberg und Fredelsloh durch Wälder der Landesforsten, bevor der Bach später in die Ilme mündet. Das Rote Wasser gilt als ein ökologisch wertvoller Bach, der im Landschaftsschutzgebiet Solling liegt. Als typischer sommerkalter Bach führt er das ganze Jahr über Wasser. Erlen- und Eschenwälder begleiten ihn an seinem Ufer und unterstreichen den naturnahen Zustand.

„Sind die letzten vier Störstellen erst einmal beseitigt, können typische Fischarten wie Groppe, Bachforelle und Bachneunauge, aber auch Kleinlebewesen wie Stein- und Eintagsfliegenlarven das Gewässer staufrei durchwandern. Wir erfüllen somit nicht nur unsere eigenen Standards nach unserem LÖWE-Programm sondern auch die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie“, begründet Kai Conrad den Sinn der Arbeiten. Der Förster für Waldökologie hat die Renaturierungen mit dem Revierförster Jost Speitling und den Spezialisten vom Wegebau- Stützpunkt der Landesforsten vorbereitet. Jetzt laufen die Baggerarbeiten, die rund eine Woche dauern werden.

Insgesamt kostet die Investition in die Fließgewässerökologie rund 20.000 Euro. Die Gelder stellt das Forstamt Dassel aus Naturschutzmitteln zur Verfügung. Schon zahlreiche ähnliche Projekte sind im Solling in den letzten 15 Jahren erfolgreich umgesetzt worden. Forstleute stehen vor drei Hauptaufgaben: sie renaturieren die Quellgebiete der Waldbäche und besonders die Sollingmoore. Zweitens entfernen sie standortfremdes Nadelholz entlang von Bächen, um Platz zu schaffen für naturnahe Laubbäume. Drittens wollen sie mit der technischen Renaturierung Barrieren im Flussbett entnehmen, wie beispielsweise zu enge Durchlässe.

Nicht nur die Natur profitiert von der Naturschutz-Investition, auch für den Hochwasserschutz, sauberes Trinkwasser und das Landschaftsbild leisten die Maßnahmen einen wertvollen Beitrag, lautet die Bilanz von Förster Kai Conrad. Erst im Juni 2015 hatte das Forstamt Dassel der Naturschutzbehörde des Landkreises Northeim sowie ehrenamtlichen Naturschützern die erfolgreiche Renaturierung des Riepenbaches vorgestellt. Ähnlich wie die Ilme und der Hanebach gilt nun auch das Rote Wasser als weitgehend renaturiert.