Röntgenfilm ade!

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Text von: redaktion

Der Röntgenfilm an der UMG hat ausgedient. Ab sofort ersetzt ein modernes digitales Röntgensystem die letzte Röntgeneinheit auf der Neugeborenenstation an der Universitätsmedizin Göttingen, die noch mit echten Röntgenfilmen betrieben wurde.

Das heißt: Alle Röntgenaufnahmen in allen Abteilungen der UMG liegen ab jetzt digital vor. Vor allem bei Neugeborenen und Säuglingen sind die Anforderungen an die Qualität und den Strahlenschutz besonders hoch.

Es ist wichtig, die Frühgeborenen so schonend und so gut wie möglich zu versorgen. Dazu gehört auch das Röntgen des Brustkorbs und speziell der Lungen. Für diesen sensiblen Bereich der Neonatologie steht der UMG jetzt ein neues digitales Röntgensystem zur Verfügung.

Davon profitieren die kleinen Patienten wie die Ärzte gleichermaßen: Das neue System liefert hochauflösende digitale Röntgenbilder in einer weitaus kürzeren Zeit und mit deutlich geringerer Strahlenbelastung.

„Früher mussten wir in dringenden Fällen bis zu zehn Minuten auf das Röntgenbild warten. Jetzt haben wir das Bild schon gut zwei Minuten nach der Aufnahme auf dem Computer“, sagt Helmut Küster, Leiter der Neonatologie der Abteilung Pädiatrie III mit Schwerpunkt Kardiologie und Intensivmedizin der UMG.

„Wir haben gründlich gesucht, um das optimale Röntgensystem und die bestmöglichen Einstellungen zu finden. Jetzt können wir mit minimaler Röntgendosis eine optimale Diagnostik bei Kindern durchführen. Der alte Röntgenfilm hat jetzt endgültig ausgedient an der Universitätsmedizin Göttingen“, sagt Joachim Lotz, Direktor der Abteilung Diagnostische Radiologie der UMG.

Lotz hat die Digitalisierung der Dienstleistungen seiner Abteilung seit seinem Amtsantritt im Frühjahr 2010 konsequent vorangetrieben.

Modernes Röngtensystem ersetzt alten Röngtenfilm

Das neue digitale Röntgensystem auf der Kinderintensivstation besteht aus verschiedenen Einheiten: eine mobile Röntgeneinheit, die zu dem Neugeborenen ans Bett gefahren werden kann, und eine feste Einheit, an der die Daten vom Speicherfilm in einer Röntgenplatte auf den Computer ausgelesen werden.

Der Fortschritt daran ist: Die digitale Röntgenplatte kann mehrfach verwendet werden, im Gegensatz zu den bisher verwendeten Röntgenfilmen. Mittels des Computers werden die Daten digitalisiert und stehen nach kurzer Zeit zur Verfügung.

Das bedeutet: Alle Röntgenbilder können im gesamten Universitätsklinikum Göttingen innerhalb kürzester Zeit übermittelt und vom Fachpersonal begutachtet werden. Medizinisch-Technische-Radiologie-Assistentinnen und -Assistenten (MTRAs) der Abteilung Diagnostische Radiologie erstellen die Röntgenbilder gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilung Pädiatrie III mit Schwerpunkt Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin der UMG.

Dafür arbeiten die beiden Abteilungen eng zusammen.

„Pro Tag werden auf der Neugeborenenstation ungefähr zehn bis zwanzig Röntgenaufnahmen benötigt. Vor allem bei Frühgeborenen können im Notfall Minuten entscheidend sein. Deshalb sind wir sehr froh, dass wir die neue Röntgeneinheit jetzt direkt vor Ort auf der Neugeborenenintensivstation haben und so sehr viel schneller bessere Bilder bekommen“, sagt Thomas Paul, Direktor der Abteilung Pädiatrie III mit Schwerpunkt Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin der UMG.

UMG-Radiologie komplett digitalisiert

Die Investition von 60.000 Euro in die neue Röntgeneinheit hat der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen vorgenommen. Sie ist Teil eines umfangreichen Modernisierungsprogrammes, das die technische Ausstattung der Abteilung Diagnostische Radiologie auf einen hohen und internationalen Standard bringt.

„Das ist ein enormer Schritt in der Qualitätssicherung und für die Sicherheit unserer Patienten. Denn hochmoderne, präzise Geräte verbessern die Diagnostik von Patientinnen und Patienten. So können auch kleinste Gewebeveränderungen sichtbar gemacht und Erkrankungen noch früher erkannt werden“, sagt Lotz.