Richtig Schlafen

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Text von: redaktion

Es ist eine Binsenweisheit: Wer tagsüber fit sein möchte, muss nachts erholsam schlafen. Um gut zu schlafen, braucht man aber auch die richtige ,Ausrüstung‘.

Dazu gehören eine gemütliche Matratze, angenehme Bettwäsche, ein kuscheliges Kissen und eine ebensolche Bettdecke. Wie aber findet der in der Regel ahnungslose Kunde die für ihn passenden Produkte? Fangen wir unten an und machen uns Gedanken zur Matratzenwahl. „Es geht da in erster Linie ums Ausprobieren“, sagt Michael Breckle, Geschäftsführer der Breckle Matratzenfabrik in Northeim. Er meint, Kunden sollten sich viel mehr Zeit nehmen, um die richtige Matratze auszuwählen. „Dabei sollte nicht so viel darüber nachgedacht werden, ob man nun Rücken-, Bauch- oder Seitenschläfer ist – denn die Position verändert man im Laufe der Nacht sowieso bis zu 60 Mal“, erklärt Breckle. Wichtiger sei es, den individuell sehr unterschiedlich empfundenen richtigen Härtegrad der Matratze und das entsprechende Material herauszufinden. Vielbewegern rät er von Viskose ab und empfiehlt wegen der schnelleren Formanpassung Schaumstoff oder Latex.

Das Aussuchen sollte in Ruhe geschehen und durch verschiedene Liegepositionen getestet werden. Der Preis und das Material seien letztlich gar nicht entscheidend, sondern das Gefühl, gut zu liegen. Breckle selbst erklärt schmunzelnd, er schlafe seit Langem auf einem Prototypen, der nicht in Serie gegangen sei. Seinen Kunden rät er natürlich zu einer sorgfältigeren Auswahl: „Achten Sie auf den ersten Eindruck und auf abnehmbare und somit waschbare Bezüge. Außerdem lieber zwei kleine Matratzen mit einer Liebesbrücke verbinden, als eine zu große, die man nicht wenden kann.“ Und wie erkenne ich, ob ich eine neue Matratze brauche? „Einfach auf den Fußboden legen – ist eine Kuhle erkennbar, sollte sie getauscht werden.“ Dies ist laut dem Experten etwa alle acht bis zehn Jahre nötig. Nur etwa alle 15 Jahre müssen Lattenroste ausgetauscht werden. Hier erkennt man es daran, dass sich Latten komplett durchdrücken lassen.

Doch zum guten Schlaf fehlt immer noch einiges: So ist das richtige Kopfkissen zu finden gar nicht so einfach. Soll es rund, eckig, klein, groß, hoch oder flach sein? Nicht jedes Kissen eignet sich für die speziellen Schlafbedürfnisse des Einzelnen. „Kopf und vor allem die Wirbelsäule sollten durch das Kissen optimal gestützt werden“, empfiehlt Susanne Heller, Geschäftsführerin von Betten Heller in Göttingen. Die Wahl des Kopfkissens sei abhängig von der Beschaffenheit der Matratze. Bei harten Matratzen sollte eher zu höheren Kissen gegriffen werden, um den natürlichen Verlauf der Wirbelsäule zu unterstützen. Bei weicheren Matratzen sinkt der Körper etwas mehr ein, was den Verlauf der Wirbelsäule schon unterstützt. Deswegen wird hier nur ein flaches Kissen benötigt. „Der Füllstoff des Kissens ist relativ egal, hier sollte das Gefühl entscheiden“, sagt die Schlafexpertin. Auch die Lieblingsgröße ist individuell unterschiedlich. Die bekannteste und beliebteste Kopfkissengröße in Deutschland ist 80 mal 80 Zentimeter. Bei dieser großen Größe sollten die Schultern aber nicht mit auf dem Kissen liegen, um die Wirbelsäulenstützung nicht zu beeinträchtigen und Verspannungen und Schmerzen vorzubeugen. Immer mehr Käufer entscheiden sich daher für die kleinere Größe mit 40 mal 80 Zentimetern. Bei dieser Größe kann die Schulter bequem auf der Matratze liegen, während die Hals- und Nackenmuskulatur optimal gestützt wird. Eine wichtige Voraussetzung für guten Schlaf ist auch eine gute Bettdecke, die weder zu warm noch zu kalt ist.

Das Problem bei einer zu dicken Decke ist, dass man sich im Schlaf teilweise abdeckt oder schwitzt. Das kann zu Verspannungen, Erkältungen oder Schlaflosigkeit führen. Da Frauen weniger Eigenwärme produzieren, ist für einen ruhigen Schlaf von der romantischen gemeinsamen Bettdecke abzuraten. Wenn die Temperaturen im Schlafzimmer mit den Jahreszeiten wechseln, sollte man sich außerdem unterschiedlich warme Decken zulegen – insbesondere, wenn man mit offenem Fenster schläft. Da es keine einheitliche Kennzeichnung für die Isolierung von Bettdecken gibt, muss man sich auch hier auf Beratung, Erfahrung und Gefühl verlassen. „Daunen bleiben lange kuschelig warm, Naturhaar transportieren Feuchtigkeit besonders gut, und hochwertige Synthetik produziert eine sehr angenehme Wärme – da muss man seinen eigenen Vorlieben folgen“, rät Susanne Heller, die darauf hinweist, dass in ihrem Geschäft alle Füllmaterialien antiallergen und schadstoffgeprüft sind. Das sind auch wichtige Kriterien beim Kauf von Bettwäsche. Leider versehen viele Hersteller ihre Produkte mit eigenen Gütesiegeln, was dem Kunden die Auswahl erschwert.

Doch wozu ist Bettwäsche überhaupt da? Sie dient natürlich nicht nur der Ästhetik, sondern erfüllt großen praktischen Nutzen. So schützt sie Decken, Kissen und Matratzen vor Schmutz und dient dazu, Schweiß und Hautschuppen aufzufangen. So dämmt sie die Ausbreitung von Hausmilben ein – ein sehr wichtiger Punkt für Allergiker. Außerdem soll Bettwäsche den Schlafkomfort verbessern und im Winter zusätzliche Wärme spenden. Neben der passenden Größe ist es auch wichtig, leicht zu wechselnde und bei hohen Temperaturen in der Maschine waschbare Bettwäsche zu kaufen. Außerdem sollten Bettbezüge mit einem Verschluss ausgestattet sein, damit die Decken und Kissen nicht einfach herausrutschen können. Ideal sind Reißverschlüsse, die nicht nur das Wechseln der Bettwäsche komfortabel machen, sondern im Vergleich zu Knöpfen auch einen deutlich besseren Schutz vor Milben bieten. Ferner sollte Bettwäsche möglichst atmungsaktiv und saugfähig sein.

Schließlich gehört zum Wohlfühlen im Schlafzimmer auch die richtige Beleuchtung vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen. Torsten Helten, Inhaber von Helten Design Depot, erklärt, worauf geachtet werden sollte: „Die Beleuchtung eines Schlafraumes hängt vor allem von der Nutzung ab. Handelt es sich um einen ausschließlich zum Schlafen genutzten Raum, erfordert dies eine ganz andere Beleuchtung als bei einem Multifunktionszimmer, in dem auch Kleiderschränke oder eine Leseecke integriert sind.“ In jedem Fall berücksichtige er bei der Planung, wie direkte und indirekte Lichtquellen sowie Licht und Schatten aufeinander abgestimmt werden können. Der Weg zu einer bequemen und gesunden Schlafstätte führt also nur über eine qualifizierte Fachberatung. Sicher eine lohnende Zeitinvestition, die ja nicht allzu häufig fällig ist.