Richtig durchstarten

© Entscheider Medien GmbH
Text von: redaktion

Die Verpackungsunternehmen der Region haben den Verpackungscluster Südniedersachsen e.V. gegründet.

Die Verpackungsunternehmen in der Region haben es gepackt“, sagte Göttingens Landrat und Initiator des Clusters Reinhard Schermann bei der Pressekonferenz im Juli. Wenige Tage zuvor war der Verpackungscluster Südniedersachsen

e.V. gegründet worden.

Zehn Unternehmen engagieren sich als Gründungsmitglieder. Mindestens 35 sollen es in den nächsten drei Jahren werden. Insgesamt sind in der Region über 50 Verpackungsunternehmen ansässig. „Wenn wir uns nicht mehr als Einzelkämpfer betrachten, sondern voneinander lernen und kooperieren, können wir viel stärker auftreten und daraus gemeinsamen Nutzen ziehen“, sagt der Cluster-Vorsitzende Hendrik Pilz von der Knüppel KG in Hann. Münden. Weitere Ziele des Vereins: Wissenstransfer, gemeinsamer Einkauf, Fachkräfte in der Region halten und Mitarbeitermotivation fördern. Dieses Modell kommt an – auch in Hannover. „Ein beispielhafter Weg zur Stärkung lokaler und regionaler Wirtschaft im globalen Wettbewerb“, sagte Wirtschaftsminister Walter Hirche bei einem Termin mit den Initiatoren.

Jetzt wartet das Cluster auf die Fördergelder vom Land – das Projekt wird zu zwei Dritteln aus Hannover und vom Landkreis gefördert. So sollen rund 180.000 Euro in den nächsten drei Jahren fließen. Die Unternehmen selbst haben bereits 90.000 Euro aufgebracht.

Ziel dieser vor etwa einem Jahr (faktor 1/2005) von der Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG) gestarteten Initiative sei, so Landrat Schermann, vor allem die Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit der beteiligten Unternehmen. Der Wissenstransfer mit den Hochschulen soll verbessert werden, damit Absolventen in der Region gehalten werden können. „Wir können den jungen Leuten sagen: Eure Alternativen müssen nicht Bayern und Baden-Württemberg sein, sie liegen direkt vor eurer Haustür.“

„Wir wollen Synergien nutzbar machen“, erklärt Vorstandsmitglied Michael Lamberts, Geschäftsführer der AVI Kunststoff-Verpackungen in Scheden. So kaufen die Unternehmen gemeinsam Strom ein und erzielen dadurch günstigere Konditionen. „Wir haben inzwischen die größte Einkaufsgemeinschaft für Energie in der Region aufgebaut“, sagt Roland Marx von der Steinbeis-Stiftung stolz, der für das Clustermanagement zuständig ist. Das planen die Unternehmen jetzt auch für ihr Flottenmanagement. Die Vereinsmitglieder können gegenüber Automobilkonzernen gemeinsam auftreten und durch höhere Stückzahlen bessere Preise erzielen. Doch da hört die Kreativität der Macher nicht auf. Sie wollen diese so genannten Pooling- oder Bündelungseffekte auch an ihre Mitarbeiter weitergeben.

„Wirtschaftsförderung kann nur anschieben, dann müssen die Unternehmen ran“

Zufrieden mit der Entwicklung zeigt sich auch Vorstandsmitglied und Wirtschaftsförderer Christian Heller von der WRG, der das Verpackungscluster entscheidend mit auf den Weg gebracht hat. „Wirtschaftsförderung kann nur anschieben – dann müssen die Unternehmen ran.“

Wirtschaftsminister Hirche zeigte sich beeindruckt, was das Verpackungscluster in so kurzer Zeit bereits erreicht hat. „Früher hat die Politik den Fehler gemacht, zu viel zentral von oben steuern zu wollen. Das ist gescheitert. Funktionieren kann das nur, wenn die Regionen selbst erkennen, was für sie richtig ist und wenn der Ausbau ihrer Stärken aus der Region selbst kommt. Das wird dann auch das Land Niedersachsen gern unterstützen.“ Jetzt müssen den Worten noch Taten folgen – und das Verpackungscluster kann richtig durchstarten…

Die zehn Gründungsmitglieder:

1. Wirtschaftsförderung Region

2. Göttingen GmbH

3. Bruns GmbH

4. ERPA Systeme GmbH

5. Knüppel KG

6. Etibana GmbH

7. Agopex GmbH

8. Willy Michel KG

9. Wagner Kurier Logistik GmbH

10. ExpertPack GmbH

11. AVI GmbH Kunststoffverpackungen

Text: Marco Böhme