Restrukturierungsprogramm bei Sartorius greift

Text von: redaktion

Sartorius, weltweit führender Prozess- und Labortechnologieanbieter, hat am 10. Februar 2010 seine vorläufigen, noch nicht testierten Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2009 veröffentlicht. Das Geschäft in den beiden Konzernsparten verlief im Berichtszeitraum sehr unterschiedlich.

Während die Biotechnologie-Sparte, die rund zwei Drittel zum Konzernumsatz beiträgt, dynamisches Wachstum zeigte und beim operativen Gewinn ein neues Niveau erreichen konnte, war die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung in der Mechatronik-Sparte erheblich durch den globalen Abschwung belastet.

Für 2010 erwartet die Unternehmensleitung steigende Umsätze und Gewinne in beiden Sparten.

Die Biotechnologie-Sparte, die unter Sartorius Stedim Biotech (SSB) firmiert, steigerte ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2009 um 9,4 Prozent auf 400,4 Millionen Euro.

Wachstumstreiber mit zweistelligen Steigerungsraten war erneut das Geschäft mit Einwegprodukten für die biopharmazeutische Industrie.

Zusätzliche Impulse setzten die Impfstoffhersteller, die für die Produktion des Vakzins gegen den H1N1-Virus in erheblichem Umfang Einwegbehälter und Filter nachfragten.

Die gute Umsatzentwicklung spiegelt sich auch im Ergebnis der Sparte Biotechnologie wieder. Neben dem Volumenanstieg waren der verbesserte Produktmix sowie ein stringentes Kostenmanagement maßgeblich für die Profitabilitätssteigerung.

Die Mechatronik-Sparte verzeichnete im Berichtsjahr vor dem Hintergrund der ausgeprägten Investitionszurückhaltung in fast allen Abnehmerbranchen eine deutlich verringerte Nachfrage nach ihren Produkten.

Dies betraf das Geschäft mit industrieller Wäge- und Kontrolltechnik noch etwas stärker als das Geschäft mit Laborinstrumenten.

Nachdem der Nachfrageeinbruch im ersten Halbjahr besonders stark war, zeigte das Geschäft zum Jahresende erste Erholungstendenzen.

Trotz des rückläufigen Umsatzes konnte die Mechatronik-Sparte im Berichtszeitraum ein leicht positives operatives Ergebnis in Höhe von 0,7 Millionen Euro erreichen (Vorjahr: 17,1 Millionen Euro).

Maßgeblich hierfür war das im Berichtsjahr implementierte umfangreiche Restrukturierungsprogramm, durch das die Spartenstrukturen den veränderten Marktbedingungen angepasst wurden und die jährliche Kostenbasis um rund 30 Millionen Euro reduziert wurde.

Auf Konzernebene konnte hinsichtlich des Geschäftsvolumens die sehr gute Entwicklung des Biotechnologie-Geschäfts die rezessionsbedingten Einbußen in der Mechatronik weitgehend kompensieren.

Der Konzernumsatz belief sich im Jahr 2009 auf 602,1 Millionen Euro und gab damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozent nach, das operative Konzernergebnis erhöhte sich sogar gegenüber dem Vorjahr um 7,2 Prozent auf 60,9 Millionen Euro.

Der maßgebliche Konzernnettogewinn lag ebenfalls etwas über dem Vorjahresniveau bei 20,8 Millionen Euro; das entsprechende Ergebnis je Aktie beträgt 1,22 Euro (Vorjahr 1,07 Euro).

Insbesondere aufgrund der signifikanten Restrukturierungsaufwendungen in der Mechatronik-Sparte beträgt der unbereinigte Konzernjahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter -7,3 Millionen Euro.

Ausblick

Für die Sparte Biotechnologie erwartet die Unternehmensleitung auch für das Jahr 2010 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im oberen einstelligen Prozentbereich.

Dabei sollten das Geschäft mit Einwegprodukten stark und das Equipment-Geschäft moderat wachsen.

Da 2010 kein Zusatzgeschäft mit der Impfstoffindustrie und ein relativ hoher Anteil des Equipment-Geschäftes am Umsatzwachstum zu erwarten ist, dürfte die operative EBITA-Marge der Sparte eher leicht zulegen.

Für die stärker konjunkturabhängige Mechatronik-Sparte geht das Management trotz der weiterhin bestehenden Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung von einer leichten konjunkturellen Erholung aus.

Die vorstehenden Geschäftszahlen obliegen noch der finalen Prüfung durch den Abschlussprüfer. Endgültige Zahlen werden im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am 9. März 2010 vorgestellt.