Der erfinderische Botschafter

© Alciro Theodoro Da Silva
Text von: Frank Bertram

Vor zehn Jahren hat Bodo Rengshausen-Fischbach mit Mut zum Querdenken neue Wege in der Sensortechnologie beschritten. Heute kehrt er zu seinen Wurzeln zurück – abermals mit vielversprechendem Erfindergeist im Gepäck.

Bodo Rengshausen-Fischbach agiert wie ein Langstreckenläufer. Kein Sprint. Lieber gemächliches Tempo. Er bewältigt eine 10.000-Meter-Distanz nicht mit festgelegter Laufbahn wie in einem Stadion. Er mag es lieber wie bei einem Geländelauf, biegt an der einen oder anderen Stelle ab – ohne genau zu wissen, ob das der richtige Weg ist und wohin ihn dieser führt. Rengshausen denkt unkonventionell.


Er mag die Herausforderungen.


Das war schon vor zehn Jahren so.

©Vereta

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Kurz zuvor hatte er die Vereta GmbH gegründet, das Unternehmen entwickelte den weltweit ersten Sensor zur Messung der gefühlten Temperatur. Ein großer Erfolg für die junge Firma damals: Die Erfindung wurde mit Preisen ausgezeichnet. Doch die Autohersteller setzten weiterhin auf ihre Rechenmodelle statt auf Sensoren, die Strömung und Luftfeuchtigkeit im Innenraum messen. Bei Elektrofahrzeugen ist das jetzt anders. Wie schafft man es, ein angenehmes Innenraumklima zu erzeugen, ohne der Batterie zu viel Energie zu entziehen? „Wir haben da eine sensorische Lösung“, sagt Bodo Rengshausen-Fischbach. Bis sie serien­reif sein wird, werden noch ein paar Jahre vergehen. Aber Vereta ist dran.
„Man muss hartnäckig sein und darf sich nicht entmutigen lassen“, hat Rengshausen-Fischbach vor zehn Jahren gesagt. Und er hat sich nicht entmutigen lassen. Er weiß: Um eine Idee marktreif zu entwickeln, braucht es schon zwei Jahre. Schneller geht es nicht. Ausdauer ist gefragt. Durch immer kürzere Produktzyklen gilt es, rechtzeitig die technologischen Nischen zu erkennen. In den vergangenen Jahren hat Vereta vier bis fünf solcher Marktnischen gefunden.

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