Region Göttingen als Beispiel für Japan

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Text von: redaktion

Am Freitag, dem 3. Mai 2013, hat eine 15-köpfige Delegation japanischer Politiker und Energieexperten Göttingen besucht. Darunter waren auch sechs Parlamentarier des Ober- und Unterhauses in Tokyo.

„Sie wollten wissen, wie wir bei uns in der Region die Energiewende praktisch umsetzen“, sagte Doreen Fragel von der Energieagentur Region Göttingen.

Auf dem Programm stand nicht nur der Besuch der Energieagentur, sondern auch des Interdisziplinären Zentrums für nachhaltige Entwicklung der Universität Göttingen (IZNE), des Heizkraftwerks der Stadtwerke Göttingen und der Biogasanlage in Rosdorf.

Zustande gekommen war der Besuch durch eine Anfrage der japanischen Botschaft bei der Energieagentur. Der Delegationsleiter Yoshimi Watanabe (Vorsitzender der Partei Your Party) war besonders an der Nutzung der Bioenergie interessiert.

„Die Nutzung von Biogas ist bei uns bekannt, wird aber zur Zeit sehr ineffizient eingesetzt. Die Kombination der Strom- und Wärmenutzung in einem räumlich begrenztem Bereich ist für uns spannend und neu“, sagte Wantanabe.

Dieses Konzept könnte auch in Japan einen Teil zur Energiewende beitragen.

Swantje Eigner-Thiel vom IZNE wies in ihrer Präsentation auf die Herausforderungen hinsichtlich Bio-Diversität beim Anbau von Energiepflanzen hin und machte auf den wichtigen Prozess der Partizipation und Motivation der beteiligten Bürger aufmerksam.

Auch das Konzept der Roh-Biogas-Nutzung im Heizkraftwerk der Stadtwerke Göttingen in Kooperation mit der Biogasanlage in Rosdorf und dem Maschinenring stieß auf großes Interesse.

„Wir können so mit den Rohstoffen aus der Region ohne Umwege Strom und Wärme produzieren“, sagte Gerd Rappenecker, Vorstand StadtwerkeGöttingen AG.

Mit dem Biogas wird ein Teil der Göttinger Haushalte in der Innenstadt mit Wärme versorgt. Für das an fossilen Energierohstoffen arme Japan sei dieses Konzept „eine Alternative“, so Wantanabe.

Bei einem Arbeitsessen sprachen die Mitglieder der japanischen Delegation außerdem mit Vertretern von Stadt und Landkreis Göttingen, darunter Landrat Bernhard Reuter (SPD) und Bürgermeister Uli Holefleisch (Grüne).

Mit dabei waren auch Christel Wemheuer (Kreisrätin Landkreis Göttingen) sowie Abgeordnete des Kreistages und des Stadtrates Sie informierten die japanischen Parlamentarier über die politischen Konzepte und Strategien hier in der Region.

Her Watanabe endete mit der Ankündigung: „Mit dem tragischen Unfall in Fukushima sind wir in ein neues Zeitalter getreten. Wir müssen Veränderungen in eine regenerative Energieversorgung vorantreiben. Wir sind Botschafter ihrer Ideen und Konzepte nach Japan und ich denke, sie werden in Zukunft viele solcher Delegationen in Göttingen begrüßen können!“