Re-Visionen

Text von: redaktion

Vom 23. bis 27. September findet die diesjährige internationale Jahrestagung der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik in Göttingen statt. Zur Diskussion des Themas “Re-Visionen – Kulturwissenschaftliche Herausforderungen interkultureller Germanistik“ werden mehr als 120 Wissenschaftler erwartet.

Wissenschaftler aus Europa, Afrika und dem arabischen Raum, Indien, Süd- und Ostasien sowie den USA finden sich an der Universität Göttingen ein. Auch hochrangige Vertreter von Fachverbänden wie dem Koreanischen Germanistenverband und der Internationalen Vereinigung für Germanistik haben ihre Teilnahme zugesagt.

Die Gesellschaft für interkulturelle Germanistik widmet sich seit gut 25 Jahren grundlegenden Fragen kultureller Verschiedenheit und ihrer Bedeutung für die Beschäftigung mit deutscher Sprache und Literatur, ihrer Übersetzung und Vermittlung. Ihre Vertreter haben maßgeblich zur Etablierung und kritischen Reflexion des Konzepts der Interkulturalität beigetragen.

Die Göttinger Tagung stellt sich die Aufgabe, Ausgangsfragen der interkulturellen Germanistik in Beziehung zu setzen zu kulturwissenschaftlichen Entwicklungen der vergangenen zwei Jahrzehnte.

Welche neuen Antworten gibt es auf alte Fragen? Welche Fragen sind heute anders zu stellen?

„Für die Göttinger Interkulturelle Germanistik mit ihrem spezifischen Profil und ihrer internationalen Ausrichtung ist dies eine ausgezeichnete Plattform, sich mit ihren internationalen Forschungsprojekten und interkulturellen Studienprogrammen in der internationalen Forschungslandschaft weiter zu profilieren und die konzeptionelle Entwicklung einer interkulturellen Germanistik voranzutreiben“, so Andrea Bogner, Vertretungsprofessorin und Veranstalterin der Tagung.

Das vielfältige Programm aus Expertenkolloquien, Vorträgen und einem öffentlichen Podiumsgespräch konzentriert sich auf drei Problemzusammenhänge: das Verhältnis von Sprache, Text und Kontext, Fragen der Literatur- und Kulturvermittlung und die Bedeutung des Verhältnisses von Interkulturalität und Mehrsprachigkeit für das Zusammenleben in modernen Gesellschaften.

Das öffentliche Rahmenprogramm besteht aus drei Veranstaltungen, zu denen alle Interessierten eingeladen sind.

Den Auftakt bildet am Donnerstag, 23. September, um 18 Uhr ein von den Veranstalterinnen Corinna Albrecht und Andrea Bogner moderiertes Podiumsgespräch zu Ausgangspositionen und Entwicklungsperspektiven interkultureller Germanistik in der Paulinerkirche am Papendiek 14.

Am Freitag, 24. September, liest die Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Yoko Tawada aus ihren literarischen Texten. Die Autorin lebt seit fast 30 Jahren in Deutschland und hat für ihre deutschen und japanischen Veröffentlichungen zahlreiche Auszeichnungen und Literaturpreise erhalten. Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr in der Paulinerkirche.

Ein Vortrag des Göttinger Literaturwissenschaftlers Heinrich Detering bildet den Abschluss der Tagung am Sonntag, 26. September, um 19 Uhr ebenfalls in der Paulinerkirche. Unter dem Titel „Literatur und Geografie: das Beispiel Nordfriesland“ beschäftigt sich der Leibnizpreisträger mit dem Modellfall einer europäischen Grenzregion, die von Autoren wie Theodor Storm, Hans Christian Andersen, Friedrich Hebbel, Siegfried Lenz oder Sarah Kirsch literarisch gestaltet wurde.