Raum für Kreativität

DesignPreis - Gewinner 2015
Text von: redaktion

Neu gestarteter Göttinger DesignPreis soll Gefühl für Design in der Region schärfen.

Raum für Kreativität

Neu gestarteter Göttinger DesignPreis soll Gefühl für Design in der Region schärfen.

Text: Sebastian König – Fotografie: Alciro Theodoro da Silva

Die Architekten Sabine Eidam und Oliver Leifheit von simPLUS haben die erste Ausgabe vom Göttinger DesignPreis gewonnen. In erster Linie richtet sich der Wettbewerb an Architekten, Innenarchitekten, Designer sowie Teilnehmer aus verwandten Berufszweigen in der Region Südniedersachsen. Zur Premiere hatten die Initiatoren Borzou Rafie-Elizei, geschäftsführender Gesellschafter der EBR Projektentwicklung GmbH, Daniela Rafie-Elizei und Marco Böhme, Herausgeber des faktor-Magazins, den Teilnehmern die Aufgabe gestellt, einen ,Göttinger Stuhl’ zu gestalten. „Der ‚Göttinger Stuhl‘ existiert bereits im Manufactum-Katalog, allerdings fanden wir sein Design offen gestanden nicht mehr zeitgemäß und wollten deshalb eine neue ­Version“, erklärt Böhme.

Die Teilnehmer sollten den Stuhl unter folgenden Bewertungskriterien völlig neu erdenken: Gesamtkonzept, Gebrauchstauglichkeit, Ergonomie und Produktästhetik sowie Innovationsgrad und Langlebigkeit. Darüber hinaus sollten auch die ökologische Verträglichkeit der verwendeten Materialien, die ökologische Qualität sowie die Gestaltungsqualität miteinbezogen werden. „Dies ist allen Teilnehmern ausgezeichnet gelungen“, sagt Borzou Rafie-Elizei. Insgesamt hatten neun Teilnehmer ihre Entwürfe eingesendet.
Bewertet wurden diese durch eine hochrangig besetzte Jury. Neben Marco Böhme und Daniela Rafie-Elizei ließen auch der Architekt Hansjochen Schwieger, Markus Schlegel, Professor für Gestaltung an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, sowie Göttingens Stadtbaurat Thomas Dienberg und Fritz Helten, Gründer des Göttinger Einrichtungshauses Helten Design Depot, ihre Meinungen einfließen. „Dabei waren alle von der hohen Qualität und der Kreativität der Beiträge beeindruckt“, sagt Initiator Böhme. Am besten hatten die Aufgabe nach Meinung der Jury Sabine Eidam und Oliver Leifheit mit ihrem Entwurf ,the weaver’ umgesetzt. Im Tagesgeschäft bearbeiten die beiden Architekten in der Region die klassischen Themen der Architektur. „Dazu zieht sich aber auch ein besonderes Interesse an Möbeldesign durch die gemeinsame Vita“, erklärt Eidam. Durch Arbeitsgemeinschaften mit befreundeten Büros oder der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Künstlern und Ingenieuren anderer Fachgebiete suchen sie sich für die jeweilige Aufgabe die passende Kompetenz.

Den Stuhl haben die Architekten gemeinsam mit der Diplom-Textildesignerin Nele Knierim gestaltet. „Sie war für den Design­wettbewerb genau die richtige Frau in unserem Team, um ‚the weaver‘ gemeinsam auf den Punkt zu bringen.“ Das Ergebnis überzeugte die Jury. Neben der „ästhetisch fließenden Form“ lobte sie vor allem die vielseitige Anwendbarkeit und den hohen Gebrauchswert. Dazu biete die Kombina­tion aus Filz und Stahl laut Juryurteil einen klassischen Kontrast. Abschließend sei das Konzept ausbaufähig, was der zusätzlich eingereichte Sessel signalisiere.

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