Qualitätssiegel für die Hernienchirurgie – Weender Krankenhaus ausgezeichnet

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Seit 01.September 2015 beteiligt sich die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Minimalinvasive Chirurgie des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende an einer großen Qualitätssicherungsstudie der Deutschen Herniengesellschaft. Seither werden die Daten aller Operationen eines Leisten- oder Schenkelbruches, eines Nabel- oder Narbenbruches, eines Zwerchfellbruches, sog. 'parastomaler Brüche' oder anderer Bauchwandbrüche in die deutschlandweite Datenbank der Deutschen Herniengesellschaft eingegeben und dort zentral ausgewertet.  


 

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Hintergrund der Studie ist die Tatsache, dass Hernienoperationen mit ca. 350.000 Eingriffen pro Jahr in Deutschland zwar zu den häufigsten Routineoperationen gehören, die Ergebnisse aber nach derzeitiger Datenlage keineswegs einheitlich und nicht immer zufriedenstellend sind. So kann z.B. die Lebensqualität der Patienten durch ein erneutes Auftreten der Hernie (sog. Rezidiv) oder durch chronische Schmerzen im Operationsgebiet erheblich eingeschränkt werden. Gründe hierfür können neben einer mangelnden Erfahrung des Chirurgen die große Zahl unterschiedlicher Operationsverfahren und eine Vielzahl zur Verfügung stehender Medizinprodukte wie z.B. Kunststoffnetzimplantate sein.

Durch die für jeden Patienten freiwillige Teilnahme an dieser Qualitätssicherungsstudie werden alle relevanten Daten im Zusammenhang mit einer Hernienoperation erfasst und ausgewertet, um so für die Patienten die Sicherheit und die Qualität der Hernienchirurgie nachweisbar zu überprüfen und zu verbessern. Selbstverständlich erfüllt die Studie die höchsten Sicherheitskriterien des Datenschutzes. Die bisherige Resonanz der Patienten auf die Hernienstudie fällt bei den Patienten im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende durchweg positiv aus mit einer nahezu 100-prozentigen Teilnahmequote.

In der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Minimalinvasive Chirurgie des Weender Krankenhauses werden jedes Jahr mehr als 200 Hernienoperationen, bevorzugt in der minimalinvasiven, sog. ‚Schlüssellochtechnik‘, durchgeführt. Grundsätzlich wird im Rahmen einer speziellen Herniensprechstunde in jedem Einzellfall das für den jeweiligen Patienten beste Operationsverfahren ausgewählt. Die Ergebnisse der Operationen werden bis zu zehn Jahre nachverfolgt, um so auch später auftretende Probleme sicher erkennen zu können.