Projekt Vertrauen

Text von: redaktion

Wie Sie Vertrauenskultur im Unternehmen aufbauen weiß Coach Bernd Fritz-Kolle und verrät es in der Herbstausgabe des faktor-Magazins.

In den vergangenen Ausgaben haben Sie erfahren, welch hohen Wert Vertrauen und Glaubwürdigkeit für den Unternehmenserfolg haben und was Sie als Chef oder Führungskraft mit Ihrem eigenen Verhalten dazu beitragen können oder auch nicht …

Aber: Wie kommen Sie als Firma zu einer Vertrauenskultur?

„Kann man Vertrauen überhaupt nach Plan bauen?“, fragt mancher Chef zweifelnd. Meine Antwort: „Yes, you can!“

Vertrauensklima als Basis für Innovation, für ‚timeto-market’ und flüssige Prozesse, aber auch zur Mitarbeiter- und Kundenbindung ist als Leitziel von Veränderungsprojekten gezielt realisierbar. Wichtigste Voraussetzung: Sie an der Spitze müssen es wollen und selbst ‚top-down’ dazu bereit sein. Sie können Vertrauen nicht einfordern, aber koordiniert durch Arbeit am System planvoll fördern.

Was heißt dies nun konkret?

Es mag ungewohnt klingen, aber setzen Sie den Aufbau von Vertrauenskultur als strategisches Leitziel, das im Rahmen eines längerfristigen Prozesses erreicht werden soll, und zwar mit einer Wertigkeit wie auch andere strategische Ziele. Je nach bestehender Ausgangslage ist ein unterschiedliches Maß an Aufwand notwendig. Strategische Projekte zum Vertrauensaufbau brauchen einen längeren Atem, da negative Vorerfahrungen in Organisationen oftmals Misstrauen als Abwehrreflex geprägt haben.

Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten wollen oft erst gewonnen werden.

Der Anfang der Kulturveränderung in Organisationen hat es besonders schwer und muss zum Auftakt aktiv von der Unternehmensspitze persönlich vor den Mitarbeitern vertreten werden. Sie müssen um Vertrauen werben. Unter Beteiligung möglichst vieler Mitarbeiter und Führungskräfte kann in hierarchie- und bereichsübergreifenden Veranstaltungen ein ehrliches und realistisches Leitbild mit glaubwürdigen Werten und Regeln erarbeitet werden. Deren Einhaltung wird gezielt „gepflegt“.

Die Führungskräfte als Multiplikatoren werden dazu in konsequenter, das heißt vor allem an klaren Zielen und eigener Verbindlichkeit orientierter Führung qualifiziert. Aufgaben und Verantwortung werden konsequent delegiert.

Mitarbeiter undFührungskräfte erhalten Gelegenheit, ihre Ideen, Kritik, Feedback und Lösungen regelmäßig einzubringen. Workshops und Befragungen bieten hierzu den Rahmen. Damit stellen Sie sich als Leitung den Realitäten im Unternehmen. Die Ergebnisse werden ernst genommen und nachverfolgt.

Sie bauen systematisch ein kluges Vertrauen auf, das einerseits einen Vertrauensvorschuss gewährt, andererseits Vorerfahrungen mit Mitarbeitern etc. mit berücksichtigt.

Vertrauen kann und soll durchaus verdient werden.

Letztlich geben Sie dosiert Macht ab und beteiligen die Mitarbeiter durch Vertrauen und entsprechendes Zutrauen an Verantwortung für das Unternehmen – egal welcher Größe – von der Kanzlei bis zum Konzern. Unsere Erfahrung aus solchen Projekten zeigt klar: Investitionen in Projekte zum Vertrauensaufbau lohnen, wenn Sie es langfristig ernst nehmen. Sie gewinnen Ihre Mitarbeiter und Kunden langfristig!

Bernd Fritz-Kolle ist Coach und Geschäftsführer der teneo Organisationsberatung und Mitglied im Beraterteam 37, dem neuen Unternehmensberater-Netzwerk in Göttingen.