Private Reifenhändler bremsen Fachkräftemangel aus

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Text von: redaktion

Nach dem Rekordjahr 2010 geht der Reifenfachhändler-Verbund “Top Service Team“ (TST) in die Offensive: Auf der Gesellschafterversammlung fiel der Startschuss für eine Bildungsinitiative mit dem Ziel, Qualität und Personal der Betriebe auch im demografischen Wandel dauerhaft zu sichern.

Der Reifenhandel dreht ein großes Rad. Allein im Pkw-Ersatzgeschäft wurden 2010 in Deutschland über 52,3 Millionen Reifen abgesetzt. Das entsprach einem Plus von über zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese gewachsene Kundenakzeptanz will das „Top Service Team“ nun mit einer Bildungs-Offensive dauerhaft sichern.

„Beratung, Auswahl, Montage und Wartung von Reifen gehören unbedingt in die Hände von Spezialisten““, sagt Julia Schramm von der Ehrhardt Reifen + Autoservice GmbH in Wulften, seit 1980 mit 28 Fachbetrieben TST-Mitglied.

Insgesamt bietet der Reifenfachhandel sechs Lehrberufe an: Neben Mechanikern für Reifen- und Vulkanisationstechnik sowie Kfz-Mechatronikern lernen in den angeschlossenen Betrieben auch Fachkräfte für Lagerlogistik, Büro-, Industrie- sowie Groß- und Einzelhandelskaufleute.

Gerade die Rolle der technischen Fachkräfte wird nach Ansicht der Experten immer wichtiger und anspruchsvoller. Sie stellen ein zentrales Bindeglied zwischen der Reifenindustrie und den Verkehrsteilnehmern dar.

„Fragen der Verkehrssicherheit, der Kraftstoffeinsparung und des Klimaschutzes sind elementare Herausforderungen, die wir auch in Zukunft gut meistern wollen. Die Reifenbranche steht deshalb in besonderer sozialer Verantwortung“, spricht TST-Geschäftsführer Gerd Wächter für 18 unabhängige Reifenhändler an mehr als 380 Standorten mit über 3.100 Mitarbeitern.

Langfristiges Ziel des Reifenfachhändler-Verbundes ist es, die Zahl der derzeit knapp 200 Auszubildenden in seinen angeschlossenen Unternehmen weiter zu steigern.

In einem ersten Schritt soll dafür vor allem der Austausch zwischen Regionen mit hoher und solchen mit niedriger Bewerberdichte erleichtert werden. Über eine zentrale Ausbildungsplattform im Internet werden täglich aktuelle Informationen über vakante Lehrstellen innerhalb des Verbunds abrufbar sein.

Weiterer Bestandteil der Bildungs-Offensive ist der enge Kontakt zu Haupt- und Realschulen an den Standorten der angeschlossenen Unternehmen. Darüber hinaus sind Tage der offenen Werkstatt geplant.

Außerdem wollen die Experten des Verbundes im Herbst auf fünf Ausbildungsmessen in Magdeburg, Bonn, Berlin, Essen und Hannover den direkten Kontakt zu Jugendlichen suchen.