Premiere ‚Leben des Galilei‘

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Text von: redaktion

Nach dem Zauberberg in der Spielzeit 2011/12 bringt Regisseur Michael v. zur Mühlen nun Bertolt Brechts große Wissenschaftlertragödie Leben des Galilei auf die Bühne des Deutschen Theaters in Göttingen. Premiere hat die Inszenierung am Samstag, 17. Mai 2014 um 19.45 Uhr im Großen Haus.

Um an Mittel für seinen Lebensunterhalt zu kommen, gibt Galileo Galilei das Teleskop zu Unrecht als seine Erfindung aus. Allerdings ist er der erste, der es zum Beobachten der Sterne nimmt, und damit das Weltbild seiner Zeit auf den Kopf stellt. Galilei war daher einer der Begründer der empirischen Naturwissenschaft, viele von ihm entdeckte Gestirne tragen die Namen seiner Mäzene und er widerlegte endgültig das geozentrische Weltbild des Ptolemäus, was den Zorn der mächtigsten Organisation der damaligen Welt, der katholischen Kirche, auf ihn richtete. Tatsächlich bedeutet der empirische Gegenbeweis einer der kirchlichen Positionen eine Infragestellung deren Macht und der Unfehlbarkeit des Papstes. Als ihm die Inquisition ‚die Instrumente‘ zeigt, widerruft er, was doch zu beweisen war, um unter Hausarrest andere Forschungen wieder aufzunehmen, die er für das Teleskop beiseite gelegt hatte. Am Beispiel Galileis entwirft Brecht ein Drama in dessen Mittelpunkt der Wissenschaftler und diejenigen stehen, denen gegenüber er verantwortlich ist.

Die erste Version des Leben des Galilei schrieb Bertolt Brecht zusammen mit Margarete Steffin 1939 im dänischen Exil. Sie wurde 1943 in Zürich uraufgeführt. Unter dem Eindruck der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erarbeitete er 1945 mit dem Filmschauspieler Charles Laughton eine zweite englische Fassung. Erst 1955 nahm er sich den Stoff erneut, diesmal in Ost-Berlin, vor und verstarb während der Proben zu dieser endgültigen Version.

Premiere am Samstag, 17. Mai 2014, um 19.45 Uhr im Großen Haus, weitere Vorstellungen am 21. und 30. Mai 2014 um 19.45 Uhr

Inszenierung Michael v. zur Mühlen Ausstattung Christoph Ernst Musik Stefan Paul Dramaturgie Henrik Kuhlmann

Es spielen Vanessa Czapla, Florian Eppinger, Jan Exner, Lutz Gebhardt, Norman Grüß, Moritz Pliquet, Andrea Strube, Meinolf Steiner, Gerd Zinck