©Marco Bühl
Text von: Marisa Müller

Polizist sein, davon träumen schon die Kleinsten. Doch der Weg dorthin ist hart und hat ziemlich wenig mit TV-Formaten wie ‚Großstadtrevier‘ oder ‚Alarm für Cobra 11‘ zu tun.

Manche Dienstschichten verlaufen ruhig, ohne aufregende Einsätze“, erzählt Tom Tewes, der in Hann. Münden sein Poli­zeistudium fast beendet hat – es ist also anders als im Fern­sehen. Dennoch ist die Begeisterung für diesen Beruf ungebrochen. Rund 6.000 Bewerbungen gehen jährlich allein in Hann. Münden ein. Für Tom und seine Kollegin Dilay Demirci war der Weg immer klar. Für den 21-Jährigen bedeutete dies sogar, zunächst die Hochschulreife nachzuholen, um dann an der Polizeiakademie mit dem dreijährigen dualen Studium zu beginnen – ein Mix aus Ausbildung und Studium, der viele Möglichkeiten eröffnet: Bereitschaftspolizei, Einsatz- und Streifendienst, Spezial­einsatz­kommando oder Hundeführerstaffel.

Dilay und Tom sind ‚Überzeugungstäter‘ und sich ihrer Vorbildrolle durchaus bewusst. Nicht mal schnell bei Rot über die Straße oder mit dem Rad auf der falschen Seite fahren – als Polizistenanwärter ändert sich das Verhalten. Ebenso die Wahr­nehmung: „Man geht bewusster durch die Welt, sieht hilfebedürftige Menschen, unachtsam Liegengelassenes oder auch aggressive Personen schneller“, erklärt Tom, „der Polizistenblick eben.“

Während des dualen Studiums, mit sehr vielen fachpraktischen Anteilen, lernen sie auch eine Menge Theorie. „Besonders viel Recht“, erzählt die 21-jährige Dilay. Das sei wichtig, um sich in jeder Situation angemessen verhalten zu können. Besonders viel Spaß machen beiden jedoch die praktischen Anwendungen: Amok-, Abwehr- oder Zugriffstraining – alles Vorbereitungen auf den Ernstfall. Denn planbar ist der Alltag im Dienst später nicht. „Möglich, dass man von einem Einsatz nicht unversehrt wieder nach Hause kommt“, sagt Tom. Eine Verkehrskontrolle – und dann zieht jemand eine Waffe … „Zum Glück aber unwahrscheinlich“, ergänzt Dilay.