Paul-Martini-Preis für UMG-Statistiker

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Text von: redaktion

Tim Friede, Direktor der Abteilung Medizinische Statistik der Universitätsmedizin Göttingen, hat zusammen mit Heinz Schmidli, Novartis Pharma AG in Basel, den Paul-Martini-Preis 2012 der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) e.V. erhalten.

Die beiden Wissenschaftler bekommen die Auszeichnung für ihre Arbeit „Blinded sample size reestimation with count data: methods and applications in multiple sclerosis“.

Der Preis ist mit insgesamt 2.500 Euro dotiert und wurde Friede im Rahmen der 57. GMDS-Jahrestagung in Braunschweig verliehen.

In klinischen Studien zur Wirksamkeit neuer Therapien werden häufig Ereignisse wie Krankheitsschübe bei Multipler Sklerose oder Anfälle bei Epilepsie gezählt, um zu sehen, ob die neue Therapie diese reduzieren kann.

Die Studien werden so durchgeführt, dass die Patienten zufällig den Therapiegruppen zugeordnet werden.

Das heißt, weder die Patienten noch der behandelnde Arzt wissen während der laufenden Studie, welche der zu vergleichenden Therapien der Patient bekommt.

Dieses Vorgehen soll mögliche Verzerrungen des Therapievergleichs vermeiden. Man spricht hier von randomisierten, doppelt-blinden Studien.

In ihrer prämierten Arbeit haben Friede und Schmidli eine Methode beschrieben, die das Konzept der so genannten verblindeten Fallzahlanpassung in klinischen Studien um den Datentyp der gezählten Ereignisse erweitert und diese Methodik so in Studien anwendbar macht.

Die verblindete Fallzahlanpassung ist eine von den Zulassungsbehörden allgemein anerkannte Methode, um Studien robuster gegen Fehleinschätzungen in der Planung und damit aussagekräftiger zu machen. Die Methode ermöglicht es den Wissenschaftlern, die Anzahl der Patienten flexibel zu variieren und anzupassen.

Die Arbeit der beiden Statistiker trägt dazu bei, Zähldaten in Studien zur Multiplen Sklerose besser zu interpretieren.