©Luka Gorjup
Text von: Lena von Felde

Ob Lebensmittel oder Handy – nicht nur auf den Inhalt kommt es an. Dies und noch viel mehr lernt Justin Volchert derzeit in seiner Ausbildung zum Packmitteltechnologen bei Thimm in Northeim.

Im vergangenen Jahr hat Justin Volchert nach dem technischen Fachabitur an der Fachoberschule Technik, BBS Goslar-Baßgeige/Seesen seine Ausbildung zum Packmitteltechnologen bei Thimm in Northeim begonnen, einem international tätigen Hersteller und Anbieter von Transport- und Verkaufsverpackungen. Hier lernt er nun einen Beruf, dessen Ergebnisse aus unserem Alltag gar nicht mehr wegzudenken sind: Die Produkte des Packmitteltechnologen umgeben uns fast überall – ob im Regal im Supermarkt oder daheim auf dem Sofa vor dem TV in jeder Werbepause.

Verpackungen erfüllen unterschiedliche Funktionen: Sie müssen das Produkt bei der Lagerung und beim Transport schützen, kreativ und ansprechend für den Kunden gestaltet sein und  gleichzeitig für den Hersteller werben. Welches Material – beispielsweise Papier, Wellpappe oder Kunststoff – dabei verwendet wird, hängt immer von der Ware ab. Und für eben diese Herstellung dieser Verpackungen sind Packmitteltechnologen verantwortlich.

„Ein Fachabitur ist für die Ausbildung keine Voraussetzung“, erzählt der 20-jährige Justin, doch sei es für ihn persönlich von großem Vorteil gewesen, da er dadurch bereits einige Grundkenntnisse im technischen Zeichnen und auf anderen Gebieten erlangen konnte. Nun heißt es für ihn, diese handwerklich-technischen Tätigkeiten mit gestalterischen Aspekten zu verbinden und innovative Lösungen für die unterschiedlichsten Produkte zu entwickeln. Nicht nur die Konstruktion gehört zur Ausbildung – den Schwerpunkt bilden das Führen von Maschinen sowie die Produktion von Verpackungen.

Bereits während des Bewerbungsverfahrens wurde bei Thimm viel Wert auf Innovation gelegt: „Ich musste mich zunächst per Online-Verfahren bewerben und wurde dann zu einem Video-Casting eingeladen“, erklärt Justin. Hierbei beantwortete er über eine App drei Bewerbungsfragen per Video, mit denen er überzeugen konnte, und so folgte die Einladung zu einem persönlichen Gespräch und einer Werksbesichtigung. „So konnte sich Thimm ein genaueres Bild von mir machen“, sagt der Azubi. „Ich wiederum aber auch vom Betrieb.“

Die ersten vier Wochen der Ausbildung bestanden für Justin sowie für die derzeit 45 weiteren Auszubildenden in Northeim zunächst aus der sogenannten O-Phase, der Onboardingphase. „Dort lernten wir erstmal das ganze Unternehmen und die Mitarbeiter kennen und arbeiteten in Teams an verschiedenen Projekten“, berichtet Justin. Im Anschluss daran begann die eigentliche Ausbildung, bei der die Azubis verschiedene Abteilungen durchlaufen und dort jeweils ihre Ausbilder als Ansprechpartner haben. Zum Beispiel vom Service, über die Produktion bis zur Arbeit im Labor und der Entwicklung – in jeder Abteilung verbringen die Auszubildenden circa drei bis fünf Wochen. Dabei haben sie pro Woche zwei Tage Berufsschule im ersten Ausbildungsjahr, in den darauffolgenden einen Tag pro Woche.

Die Berufsschule befindet sich in Hildesheim, doch auch das Pendeln dorthin macht dem angehenden Packmitteltechnologen nichts aus. „Wir können ein privates Auto nehmen oder auch den Zug. Dann werden die Ticketkosten vom Betrieb erstattet.“

Auch die für diesen Beruf typische Schichtarbeit stellte für Justin kein Hindernis dar: Auszubildende im ersten und zweiten Ausbildungsjahr übernehmen meist die Früh- und Spätschichten. Ab dem dritten Ausbildungsjahr werden an sie auch Nachtschichten verteilt. „Am liebsten arbeite ich aber in der Frühschicht“, sagt Justin. Und überhaupt freue er sich jeden Tag auf die Arbeit, denn der kollegiale und familiäre Umgang untereinander schaffe ein sehr angenehmes Klima.

Zudem freut sich der 20-Jährige darüber, wie viel Eigenverantwortung im Unternehmen gefragt ist und Freiräume gegeben werden. Es gibt diverse Angebote, in denen Engagement gezeigt werden kann. So war Justin auf einer Berufsmesse und hat im Namen der Firma selbst seinen Beruf des Packmitteltechnologen vorgestellt. Auch Teamarbeit steht stark im Fokus und wird zum Beispiel während einer jährlichen Azubifahrt, die alle 120 Auszubildenden gemeinsam unternehmen, gefördert.

Abschließen wird Justin seine Ausbildung nach drei Jahren mit der Gesellenprüfung. Danach möchte er gern, wenn alles gut läuft, seinen Meister machen – ebenfalls bei Thimm. „Viele der Mitarbeiter arbeiten seit ihrer Ausbildung hier“, sagt er. „Auch das kann ich mir gut vorstellen.“

Das wünscht sich dein Ausbildungsbetrieb:

• Erfolgreicher Abschluss der 10. Klasse
• Interesse an Fächern wie Technik, Werken oder Mathematik
• dass du gerne selbst defekte kleine Dinge reparierst
• dass du neugierig bist, was hinter den Verpackungen steckt!

Du bist perfekt für den Job, wenn du …

• technisch interessiert und geschickt bist
• räumliches Vorstellungsvermögen hast
• ein gutes Gefühl für Sorgfältigkeit und Genauigkeit hast
• deine Ausbildung mitgestalten möchtest!

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 980 Euro
2. Lehrjahr: 1060 Euro
3. Lehrjahr: 1140 Euro (brutto)