Otto-Hahn-Medaille für Göttinger Nachwuchswissenschaftler

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Text von: redaktion

Die Max-Planck-Gesellschaft würdigt jährlich herausragende wissenschaftliche Leistungen junger Forscher. Am 17. Juni 2009 verleiht sie die Otto-Hahn-Medaille an Nils-Alexander Lakomek vom Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft am 17. Juni in Mainz statt. Überreicht wird der mit 5000 Euro dotierte Preis durch Max-Planck-Präsident Peter Gruss.

Gewürdigt wird der Nachwuchsforscher für die Entwicklung eines Verfahrens, mit dem sich die Bewegungen von Proteinen in ihrer physiologischen Umgebung beobachten lassen.

Viele Proteinbewegungen, ebenso wie viele biochemische Prozesse, laufen in einem Zeitbereich zwischen Nano- und Mikrosekunden ab – ein Bereich, der bisher mit keiner Methode beobachtbar war.

Lakomek war wesentlich daran beteiligt, eine Methode zu entwickeln, mit der sich die Dynamik von Proteinen erstmals in diesem bisher verborgen gebliebenen Zeitfenster beobachten ließ.

Mit Kernspinresonanz (NMR)-spektroskopischen Präzisionsmessungen ist die Grundlage geschaffen, Wechselwirkungen von Proteinen mit bislang ungekannter Detailschärfe aufzuspüren.

Damit lassen sich beispielsweise auch Wechselwirkungen zwischen Proteinen und pharmakologischen Wirkstoffen untersuchen. Solche Experimente könnten neue Perspektiven eröffnen, Medikamente auszuwählen, die noch spezifischer wirken.

Bis zu 40 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ehrt die Max-Planck-Gesellschaft seit 1978 jährlich mit der „Otto-Hahn-Medaille“. Sie ist neben dem Preisgeld von 5000 Euro mit der Möglichkeit eines einjährigen Forschungsaufenthalts im Ausland verbunden und wird jeweils während der Hauptversammlung im folgenden Jahr verliehen.