Otto Bock zeigt Hightech im Bundeskanzleramt

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Text von: redaktion

Zukunftstechnologien „made in Germany“ sorgen für Wachstum und Beschäftigung. In welchem Umfang sie auch die Lebensqualität verbessern können, zeigte das Medizintechnik-Unternehmen Otto Bock HealthCare am Tag der offenen Tür der Bundesregierung am 26./27. August.

Otto Bock stellt Prothesen, Orthesen, Rollstühle und Neuroimplantate her. Einige herausragende Produkte präsentierte das weltweit aktive Unternehmen in der „Zukunftswerkstatt Deutschland“, die im Garten des Bundeskanzleramts für die 155.000 Besucher des Tags der offenen Tür eine besondere Attraktion darstellte. Bundeskanzlerin Angela Merkel machte sich persönlich ein Bild davon, wie innovative Technologie den Menschen mit Behinderungen verlorene Mobilität zurückzugeben vermag.

Am besten können erfahrene Nutzer der Produkte erklären, was deutsche Spitzentechnologie für ihr Leben bedeutet. Otto Bock HealthCare setzte deshalb an diesem Besuchertag auf handfeste Beispiele aus der Lebenswirklichkeit.

Erwin Vollmert ist seit einem Motorradunfall 1957 oberschenkelamputiert und erläuterte der Bundeskanzlerin, wie sein C-Leg® Compact die Bewegungssicherheit und die Mobilität deutlich erhöht. Sven Zarling, ebenfalls einer der inzwischen über 13.000 Träger eines C-Leg®, machte anschaulich, wie dieses weltweit erste vollständig prozessorgesteuerte Beinprothesensystem sowohl ein natürliches Treppabgehen in alternierenden Schritten als auch Fahrradfahren oder sogar Inlineskaten erlaubt. Die Behinderung fällt Außenstehenden im Alltag kaum mehr auf.

In der Arm-Prothetik nutzt Otto Bock auf der Haut messbare Muskel-Spannungen zur Steuerung von Hand und Ellbogen-Gelenk. Karl-Heinz Ammon demonstrierte das höchstentwickelte Produkt dieser myoelektrischen Technologie: den DynamicArm, den er in Kombination mit der SensorHand Speed einsetzt. Dass Ammon mit diesem System wieder griffsicher zupacken und Lasten bis zu sechs Kilogramm heben kann, hat ihm die Rückkehr in die Arbeitswelt am Düsseldorfer Flughafen ermöglicht, wo er unter anderem zerbrechliche Waren verpackt.

Zumindest für Angela Merkel war der SuperFour® von Otto Bock schon ein „alter Bekannter“, den sie zuletzt im Frühjahr auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin gesehen hat. Das Outdoor-Mobil ist ein Rollstuhl von frappierender Geländegängigkeit, meistert mit seinem Allradantrieb Steigungen bis zu 40 Grad und besitzt mit seinem Hybridantrieb eine Reichweite von über 200 Kilometern. Dieses Highend-Modell steckt voller technischer Details, die sich strikt an den Bedürfnissen von Menschen mit eingeschränkter Mobilität orientieren. So bleibt die Sitzfläche auch in steilem Gelände horizontal und verhindert so, dass der Fahrer ins Rutschen gerät.

Besonders interessiert zeigte sich Dr. Michael Wettengel, Abteilungsleiter im Bundeskanzleramt, an einem ganz neuen Technologie-Zweig von Otto Bock: den Neuroimplantaten. Das ActiGait® wird das erste Produkt auf dem Markt sein und gibt insbesondere Schlaganfall-Patienten mit Fußheberschwäche eine sichere Gehfähigkeit zurück. Das Neuroimplantat übernimmt hierbei die

Steuerung des Peronaeusnervs, den das Gehirn infolge der Schädigung nicht mehr zu aktivieren vermag.

Gemeinsam ist allen Innovationen von Otto Bock, dass die Natur das Vorbild für technische Lösungen ist. Zwar wissen die Forscher und Entwickler, dass sie nie vollends kopieren können, was die Evolution hervorgebracht hat, aber sie wollen den Abstand immer weiter verringern. In ihrer Branche haben sie so „made in Germany“ den weltweiten Spitzenplatz bewahrt. Die Firmengruppe Otto Bock will bis 2010 weltweit 1.500 neue Arbeitsplätze schaffen. Ihr Flaggschiff, die Otto Bock HealthCare, hat bei im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre zweistelligen Zuwachsraten ihren Umsatz 2005 auf 434 Millionen Euro gesteigert. Das Unternehmen hat seine Zentrale in Duderstadt/Südniedersachsen und besitzt Auslandsgesellschaften in 36 Ländern der Erde.

Foto: Nachfrage zum Outdoor-Mobil SuperFour: Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Dr. Helmut Pfuhl, Marketing-Chef der Otto Bock HealthCare.