Organtransplantation: Was ist vertretbar?

© IStockPhoto
Text von: redaktion

Die Transplantation eines Organs oder die Übertragung von Gewebe stellt für viele schwerkranke Menschen eine letzte Aussicht auf Heilung oder Verbesserung ihrer Lebensqualität dar. Die Möglichkeit der Organtransplantation wirft aber auch eine Reihe von Fragen auf, die beim öffentlichen Vortrag von Wolfgang Huber erörtert werden sollen.

Ist der Hirntod tatsächlich mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen? Unter welchen Voraussetzungen ist es zulässig, einem Verstorbenen Organe zu entnehmen? Wie kann die Freiwilligkeit bei der Lebendspende von Organen gewährleistet und Organhandel wirksam verhindert werden? Wie kann die Bereitschaft zur Organspende geweckt und gestärkt werden, ohne diejenigen moralisch abzuwerten, die sich nicht für die Organspende entscheiden?

Über theologisch-ethische Aspekte der Organtransplantation spricht Wolfgang Huber in einem öffentlichen Vortrag am Mittwoch, dem 7. Mai 2014, von 18:15 bis 19:45 im Hörsaal 542 des Universitätsklinikums Göttingen. Veranstalter sind das Klinische Ethikkomitee (KEK) und die Klinikseelsorge der Universitätsmedizin Göttingen(UMG).

Wolfgang Huber ist evangelischer Theologe und hatte von 2003 bis 2009 das Amt des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland inne. Er war von 2001 bis 2003 Mitglied des Nationalen Ethikrates und wurde 2010 erneut als Mitglied in den Deutschen Ethikrat berufen. In seinen Schriften und Vorträgen widmet er sich unter anderem der Wertevermittlung in Medizin, Wirtschaft und Gesellschaft.

Organtransplantationen werden von den Kirchen grundsätzlich befürwortet. Im christlichen Glauben wird sie als Akt der Nächstenliebe über den Tod hinaus verstanden, unabdingbare Voraussetzung ist aber die freiwillige Zustimmung des Spenders. Die Bereitschaft zum Helfen wird dabei nicht als Pflicht oder Bringschuld verstanden. Vielmehr werden sowohl die Zustimmung als auch die Ablehnung einer Organtransplantation nach Eintritt des Todes sowie die Übertragung von Gewebe zu Lebzeiten als ethisch und moralisch verantwortbare Möglichkeit angesehen.