Ordnung im Gesundheitswesen

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Text von: redaktion

Seit 2006 regelt die Richtlinie zum Qualitätsmanagement des Gemeinsamen Bundesausschusses die Anforderungen zum Qualitätsmanagement für Vertragsärzte. Alle standardisierten Qualitätsmanagementsysteme basieren in ihrer Grundausrichtung auf der DIN EN ISO 9001:2008.

Somit besitzt diese alle relevanten Anforderungen, die ein vollständiges Qualitätsmanagement kennzeichnen.

Seit 2012 erschien nun eine für das Gesundheitswesen spezialisierte Fassung der Standardnorm: DIN EN 15224. Sie ist in ihrer Grundstruktur der DIN EN ISO 9001 angepasst, hat aber eine Reihe an verbesserten Begrifflichkeitsergänzungen und zielt insbesondere auf das Risikomanagement ab.

Für viele Praxismitglieder ist das Qualitätsmanagement in seiner Bedeutung ein bürokratisches Managementsystem, welches sich ausschließlich mit der Theoriebeschreibung der Praxisorganisation befasst. Dies ist leider so nie gemeint gewesen, jedoch beschäftigen sich etliche Praxisteams völlig demotiviert mit der Erstellung von Arbeitsanweisungen. Ein Arzt, der mit seinem Team bereits Jahre zusammenarbeitet und alle Handgriffe in seiner Praxis beherrscht, konnte nur den Kopf schütteln, denn er hat den Nutzen nicht gesehen. „Warum muss ich jetzt alles aufschreiben?“ Eine berechtigte Frage. Fragen wir also die Norm dazu! Zitiert aus der DIN EN ISO 9001 und DIN 15224 – unter dem Kapitel 7.5.1 Punkt c) steht eindeutig: ,(…) die Verfügbarkeit von Arbeitsanweisungen, soweit notwendig‘!!!

Viele Referenten und Berater könnten jetzt überrascht sein, denn sie haben häufig genau das Gegenteil gepredigt. Selbstverständlich wird eine Qualitätsnorm nur fordern, was wirklich nötig ist! Während viele Praxen Tätigkeitsbeschreibungen und Checklisten erstellen, die keiner Grundlage entspringen, verschwenden sie Energie für die wichtigen Dinge, die vorliegen müssen. Natürlich gibt es auch Beschreibungsvorgaben, so sind z.B. von der DIN EN ISO nur ganze sechs Verfahren zu beschreiben. Man sollte sich vordergründig um Unterlagen kümmern, die gesetzlich zwingend erforderlich sind und behördlich geprüft werden. Es kann an dieser Stelle nicht alles erwähnt werden, aber hier sind sehr wichtige Pflichtdokumente für eine Arztpraxis:

1. Hygieneplan gemäß IfSG

2. Bestandsverzeichnis gemäß MPBetreibV

3. Medizinproduktebücher für bestimmte Geräte (Anlage 1 und 2 der MPBetreibV)

4. Betriebsanweisungen zur Infektionsprävention

5. Anweisungen zur Instrumentenaufbereitung gemäß RKI

Und hier, neben der Patientendokumentation, noch einige sehr wichtige Aufzeichnungen für eine Arztpraxis, die bei entsprechender Sachlage unbedingt vorliegen sollten:

1. Wartungsunterlagen zu Geräten bei Wartungspflicht

2. Validierungsunterlagen zum Sterilisator und Thermodesinfektor

3. Interne Qualitätskontrollnachweise bei internen Laboruntersuchungen

4. Begehungsprotokolle zur Arbeitssicherheit/ Arbeitsmedizin

5. Gefährdungsbeurteilung nach BioStoffV und ASchutzG

6. Unterlagen zu Vorsorgeuntersuchungen z.B. G42 Infektionsschutz

7. Jährliche Unterweisungsnachweise zur Arbeitssicherheit, Hygiene, Gefahrstoffe, Brandschutz