Ohne Stress erfolgreich sein

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Stefan Liebig

Astrid Böttger legt in ihren Seminaren Wert auf Authentizität und hat von der von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) die Urkunde Gute Gründe(r) verliehen bekommen.

„Hey, was für eine tolle Überraschung, dass ich den Preis Gute Gründe(r) gewinne! Wie komme ich zu der Ehre?“ – diese Frage schoss Astrid Böttger in den Kopf, als sie nach einem Seminar die E-Mail von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) erhielt. Wenn man der vielseitigen Referentin und Dozentin bei der Beschreibung ihrer Geschäftsidee zuhört, fallen einem aber viele Antworten auf die Frage ein. Der Spaß am Coachen, der Wille, besondere Wege einzuschlagen und den Seminarteilnehmern Wissen mit Freude zu
vermitteln, hat die Jury überzeugt.

Seit 17 Jahren leitet die Preisträgerin Seminare. Vor drei Jahren machte sie sich selbständig. „Als Mutter von vier Töchtern wollte ich mein Wissen selbstorganisiert vermitteln“, erklärt Böttger, die dabei größten Wert auf Authentizität legt. Schmunzelnd gibt sie zu, auch heute viel auf Achse zu sein, da ihr Angebot auch überregional auf großes Interesse stößt. Von dem unüberschaubaren Markt von Coachingangeboten hebt sich die Lehr- beauftragte an den Universitäten Kassel und Göttingen unter anderem ab, in- dem sie besondere Rahmenbedingungen erzeugt oder ausgefallene Orte aussucht und dabei flexibel auf Kundenwünsche eingeht.

Das kann die Begleitung von Unternehmensgruppen, zum Beispiel während einer Skireise, sein. Ein Vortrag im Göttinger Holbornschen Haus. Ein Einzel- oder Teamcoaching in ihren eigenen Räumlichkeiten, die einen wunderbaren Ausblick über Göttingen bieten, oder eine Veranstaltung im Rittersaal des Schlosses Gutshof Jühnde, das ihr für die Veranstaltungen zur Verfügung steht. Mit ihrem Seminar an der Okertalsperre begeisterte sie auch die GWG als Auftraggeber.

Gemeinsames Klettern tagsüber und am Abend ein Open-Air-Referat – direkt am Wasser und auf Decken sitzend. „Fachliche Kompetenz, Unternehmergeist und Frauenpower verbindet Böttger mit selbstbewusstem und sympathischem Auftreten. Dabei kann sie auf einen erfolgreichen Start ihres Coaching-Unternehmens – mit einer respekteinflößenden Referenzliste – verweisen“, zeigt sich GWG-Geschäftsführer Klaus Hoffmann begeistert von dem Konzept, das sofort erfolgreich war. Ein Erfolgsbaustein ist die große Bedeutung, die die 46-Jährige der wissenschaftlichen Fundiertheit ihrer Seminare beimisst.

Viel Zeit und Geld investiert sie in Aus- und Weiterbildungen. Im Februar erhielt sie die Zertifizierung als Coach für Personal- und Organisationsentwicklung vom Deutschen Bundesverband Coaching (DBVC). „Häufig kann ich Zweifel bei Führungskräften entkräften, indem ich meine Methoden mit wissenschaftlichen Untersuchungen belege“, sagt Böttger.

Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit bilden spezielle Seminare für weibliche Führungskräfte. In diesem Bereich greift sie auf einen Pool aus kompetenten Trainern zurück, die auf die Probleme der Managerinnen eingehen. Doch auch der Managernachwuchs kommt nicht zu kurz. Während ihrer Universitätsseminare führen die Teilnehmer ein mehrwöchiges Stresstagebuch. „Es ist beeindruckend, zu erleben, wie Teilnehmer beispielsweise plötzlich leichter ihre Prüfungsängste bewältigen“, freut sich die Dozentin. Ein ähnliches Problemfeld beschäftige auch viele Mediensprecher, denen bei Aufleuchten des Rotlichts plötzlich ihr Text nicht mehr einfällt. Auch ihnen kann mit Böttgers Stressbewältigungskursen geholfen werden.
Dieses große Portfolio und die eigene Erfahrung bestärken Hoffmann bei seiner Beurteilung: „Im Hinblick auf Innovationen und wirtschaftliches Wachstum sind nicht nur technologische Fortschritte, sondern auch Kreativität, Teamfähigkeit und gute Kommunikation entscheidende Voraussetzungen.“ Diese Aspekte erkannte die GWG bei Astrid Böttger und beantwortet somit die Frage, warum sie zur Guten Gründerin im Februar 2011 ernannt wurde.