‚Ökologisch, gesund, langlebig‘

© Alciro Theodoro Da Silva
Text von: redaktion

Ulrike Schlichtherle wird für ihren Mut zum Neuanfang und der Sicherung von Arbeitsplätzen mit der Gute Gründe(r)-Urkunde gewürdigt.

Wir schreiben seit Beginn schwarze Zahlen und haben bereits im ersten Jahr Gewinn erzielt“, erklärt Ulrike Schlichtherle, Geschäftsführerin der Bantumak Holzbau GmbH in Sieboldshausen in der Gemeinde Rosdorf, auf mehrfache Nachfrage nach ihrem Erfolg dann doch – bescheiden und etwas zurückhaltend.

Im April 2012 kaufte sie nach langem Überlegen Teile der Insolvenzmasse der früheren Holzmanufaktur Bantumak, bei der sie als Sekretärin angestellt war, auf, gründete diese neu und strukturierte sie um – mit Erfolg! Dafür erhielt sie nun von der Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG) und der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) die Urkunde ‚Gute Gründe(r)‘.

„Wir haben uns für Bantumak entschieden, weil die Gründerin Ulrike Schlichtherle – die selbst ursprünglich aus einem völlig anderen Berufsfeld kam – bei der Übernahme der insolventen Tischlerei sehr viel Mut bewiesen hat“, erklärt WRG-Geschäftsführer Detlev Barth. Zudem habe sie damit die noch vorhandenen Arbeitsplätze gerettet: Von den früheren Mitarbeitern wurden sieben übernommen und heute, eineinhalb Jahre später, beschäftigt die Firma bereits zehn Personen. Finanzieren konnte Schlichtherle den Kauf neben einem privaten Anteil durch Mittel der KMU-Förderung zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, die jeweils zur Hälfte von der Europäischen Union und dem Landkreis Göttingen stammen. Betreut wurde sie dabei von der WRG.

„Schon beim Betreten der Räumlichkeiten bemerkt man den Einfluss der neuen Inhaberin, die hinter der Idee und dem Team steht“, so Barth. „Wir haben ein übersichtliches Team geschaffen, die Zimmerei abgeschafft, die Malerei neu eingeführt und den kostenintensiven und zeitaufwändigen Laden in Göttingen geschlossen“, erläutert Schlichtherle die Maßnahmen der Umstrukturierung. Manchmal seien es nur Kleinigkeiten, die große Erfolge erzielen, wie die Nutzung eines gemeinsamen elektronischen Kalenders, der die Organisation vereinfache.

Das harmonische Team und die gute Zusammenarbeit mit dem Betriebsleiter Schai Tal, ehemaliger Geschäftsführer der Holzmanufaktur Bantumak, freut Schlichtherle besonders: „Auch von den Kunden wird, gerade bei längeren Arbeiten, das gute Klima im Team gelobt.“

Durch den neu eingeführten Bereich Malerei kann die Firma jetzt den Innenausbau als Gesamtkonzept anbieten, dabei wird – wie bereits bei der alten Manufaktur – auf die drei Kernpunkte ‚ökologisch, gesund, langlebig‘ gesetzt. „Die ökologische und energetische Haussanierung bieten wir den Kunden als Komplettlösung an, teilweise auch in Zusammenarbeit mit anderen Gewerken“, erklärt die Geschäftsführerin. In diesem Bereich verspricht sich der Betrieb aufgrund der stetig steigenden Energiekosten auch zukünftig viele Aufträge.

Da der Möbel- und Küchenbau eher abnehme, möchte sich die Firma noch mehr auf den Umbau von Häusern und Wohnungen spezialisieren. „Dabei geht es darum, neue Wohnkonzepte zu verwirklichen, beispielsweise barrierefrei zu bauen“, so Tal. Man hoffe auch auf mehr Aus- und Umbauten von Kindertagesstätten. Schlichtherle möchte sich aber nicht zu sehr festlegen, generell sei Bantumak für neue Trends sehr offen. Die WRG sieht Bantumak weiter auf Erfolgskurs: „Nach dem erfolgreichen ersten Jahr kann man jetzt sagen, das Unternehmen hat es geschafft und ist auch für die nächste Zeit gut aufgestellt.“