Nobelpreisträger aus den USA forschten in Göttingen

Text von: redaktion

Am Donnerstag, 10. Dezember 2009, erhalten die Träger des Nobelpreises in Stockholm ihre Auszeichnung. Die Preise für Physiologie oder Medizin sowie Chemie gehen u. a. an Carol W. Greider Thomas A. Steitz aus den USA, die wesentliche Forschungsimpulse in Göttingen erhalten haben.

Carol W. Greider kam als junge Studentin der University of California in Santa Barbara 1981 über das Kalifornische Studienzentrum an die Georgia Augusta.

Sie studierte Biologie und arbeitete bis 1982 zugleich am III. Zoologischen Institut – Entwicklungsbiologie der Universität, einem der Vorgängerinstitute des heutigen Göttinger Zentrums für Molekulare Biowissenschaften, und in der Abteilung Molekulare Biologie am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.

Für ihre späteren Untersuchungen zu den Telomeren und dem Enzym Telomerase wird Carol Greider jetzt ausgezeichnet.

Ihre Entdeckungen sind vor allem für die Alterungs- und Krebsforschung ein Meilenstein. Die 48-Jährige erhält den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin gemeinsam mit Elizabeth Blackburn und Jack Szostak.

Mit dem Chemie-Nobelpreis 2009 werden der US-Amerikaner Thomas A. Steitz, der Brite Venkatraman Ramakrishnan und die Israelin Ada E. Yonath geehrt.

Sie untersuchten, wie die in Genen gespeicherten Informationen in Proteine übersetzt werden. Die Forschungen von Thomas Steitz sind unter anderem grundlegend für die Herstellung neuer Antibiotika.

Der Chemiker war von 1976 bis 1977 Macy Fellow in der Abteilung Biochemie und Zellbiologie am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie und arbeitete an einem der wichtigsten regulatorischen Moleküle im Stoffwechsel von Bakterien, dem Lac-Repressor.

Thomas Steitz konnte einen wichtigen Teil des Repressors kristallisieren und später am Laboratory for Molecular Biology in Cambridge mit Hilfe von Röntgenstrahlen dessen dreidimensionale Struktur aufklären.

Diese methodischen Erfahrungen waren grundlegend für seine Forschung, denn mit Hilfe der Röntgenkristallographie entschlüsselte er auch die exakte atomare Struktur von Ribosomen. Für diese Leistung erhält er den Nobelpreis.