Nobelpreis für Göttingen

© Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie
Text von: redaktion

Der Max-Planck-Forscher Stefan Hell erhält den Nobelpreis für Chemie 2014; die Ehrung geht an ihn und seine beiden amerikanischen Kollegen Eric Betzig und William Moerner. Die drei haben eine spezielle Form der Mikroskopiertechnik entwickelt, die Fluoreszenzmikroskopie.

Die so genannte superauflösenden Fluoreszenzmikroskopie ist für Hell, Bretzig und Moerner das Ergebnis einer über Jahre andauernden Forschung. Bislang wurde allgemein angenommen, man könne die optische Mikroskopie niemals besser auflösen, als die Wellenlänge von Licht. Hell und seine Kollegen haben nun den Gegenbeweis erbracht.

Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm gab die Entscheidung am 7. Oktober bekannt. Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist mit umgerechnet rund 880.000 Euro dotiert.

Ein ‚heller Kopf‘ und faktor hatte den richtigen Riecher: faktor berichtete bereits 2009 über den klugen Kopf aus Göttingen, der damals schon als nobelpreisverdächtig galt. Über das Thema Nobelpreis wollte er im faktor-Interview allerdings nicht sprechen – heute hat er ihn, den wichtigsten Preis der Forschungslandschaft. Für ihn kam der Preis dennoch sehr überraschend, teilte er einer Nachrichtenagentur in Stockholm telefonisch mit.

faktor gratuliert zum Erfolg!

Zur Person

Stefan Hell wurde am 23. Dezember 1962 in Arad/Rumänien geboren. Er studierte Physik in Heidelberg und schlug anschließend eine Laufbahn in der Forschung ein. 2002 wurde Hell zum Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie ernannt. Außerdem ist er Leiter der Abteilung ‚Hochauflösende Optische Mikroskopie‘ am Deutschen Krebsforschungszentrum an der Universität Heidelberg. 2004 wurde er zum Honorarprofessor für Experimentalphysik der Universität Göttingen ernannt. Hell ist verheiratet und hat zwei Söhne und eine Tochter.