Nichts übereilen

Text von: redaktion

Die Abgeltungssteuer kommt immer näher - faktor zeigt, worauf Sie jetzt noch achten müssen. Denn ganz so schlimm kommt es nicht - viele Anleger fahren sogar besser. Experten geben Tipps.

Wenn es nach der Finanzbranche geht, beginnt ab dem 1. Januar 2009 für Kapitalanleger ein Zeitalter des Grauens: Dann kommt nämlich die Abgeltungsteuer, die die Abgaben an den Fiskus für Kunden neu regelt. Zu übereilten Kaufentscheidungen, um noch in den Genuss des Bestandschutzes zu kommen, sollte sich niemand verleiten lassen. Denn ganz so schlimm wird es nicht – viele Anleger fahren sogar besser. Experten erklären, worauf bei der künftigen Besteuerung zu achten ist.

Über die Abgeltungsteuer hört und liest man so viel. Was bedeutet sie genau? Der individuelle Steuersatz spielt bei Zinseinnahmen, Dividenden und Kursgewinnen aus Wertpapierverkäufen ab dem kommenden Jahr bis auf Ausnahmen keine Rolle mehr. Der Fiskus erhält künftig pauschal 25 Prozent davon. Mit Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer ist es noch etwas mehr. Die Bank überweist den fälligen Betrag automatisch ans Finanzamt. Steuerfrei bleiben Kapitaleinkünfte nur, wenn sie bei Ledigen 801 Euro, bei Ehepaaren 1.602 Euro nicht überschreiten. Steuerpauschbetrag heißt das ab dem Jahreswechsel.

Ist das für alle Anleger schlecht? Nein. Besserverdiener sind häufig sogar im Vorteil. „Anleger, die normalerweise einen höheren Steuersatz als 25 Prozent haben, profitieren“, erklärt Frank Tammen, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Bei Zinsanlagen, also Anleihen, Genussscheinen, Festgeld und so weiter, gilt das uneingeschränkt.

Wie es sich mit Aktien, Zertifikaten und Dachfonds verhält und welche langfristige Strategie sinnvoll ist, erfahren Sie im faktor-Magazin 03/2008.