Neueste Generation von Hüftprothesen

© UMG
Text von: redaktion

Erstmalig in Südniedersachsen wird in der Abteilung Orthopädie der Universitätsmedizin Göttingen bei Hüftkappen-Operationen ein schonenderes Verfahren, das mit weniger Knochenverlust als bei herkömmlichen Prothesen einhergeht, erfolgreich eingesetzt.

Das Hüftgelenk ist das zweitgrößte Gelenk im menschlichen Körper. Bei vielen Menschen verursacht das Gelenk im Laufe ihres Lebens starke Probleme, so dass eine Operation unumgänglich ist.

Seit kurzem wird in der Abteilung Orthopädie der Universitätsmedizin Göttingen von Abteilungsdirektor Wolfgang Schultz die neueste Generation von Hüftprothesen eingesetzt: der Oberflächenersatz am Hüftgelenk.

„Bei der neuen Hüftkappen-Operation wird nicht mehr das komplette Gelenk ersetzt“, sagt Schultz. „Es wird lediglich die Oberfläche des Gelenkkopfes entfernt und durch eine Metallkappe ersetzt, ähnlich wie bei einer Zahnkrone.“

Größter Vorteil ist der minimale Knochenverlust bei der neuen Operations-Variante. Das kann für spätere Hüft-Operationen nützlich sein.

Vor allem für jüngere Patienten unter 60 Jahren ist das neue Verfahren interessant. Schließlich werden Prothesenwechsel-Operationen durch das gestiegene Lebensalter und das erhöhte Aktivitätsniveau der Patienten immer häufiger nötig.

Weitere Vorteile sind die geringere Verrenkungsgefahr, der Erhalt der natürlichen Gelenkmechanik und eine hohe Verschleißfestigkeit. Außerdem kann durch ein aufwändiges Zielinstrumentarium das Implantat genau positioniert werden und die meisten Patienten können nach der Operation wieder aktiv Sport treiben.

Die herkömmliche Hüft-Prothese ist erheblich tiefer im Knochen verankert. Das beeinflusst das Aktivitätsniveau des Patienten und die Haltbarkeit eher negativ und erhöht operative Risiken.

Das neue OP-Verfahren ist bislang in Südniedersachsen einmalig. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die neue Hüftkappen-Prothese.