Neues Zuhause für historische Bücher

v.l.n.r.: Bernwald Märländer, Armin Müller-Dreier, Elke Pawelzik, Rainer Fabel, Christian Fieseler, Hans-Georg Hassenpflug ©SUB
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Neues Zuhause für die historische Bibliothek der Albrecht-Thaer-Gesellschaft: Die rund 8.000 Bände der landwirtschaftlichen Bibliothek werden zukünftig in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) aufbewahrt. Die Bücher, die größtenteils aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen, bleiben im Besitz der Albrecht-Thaer-Gesellschaft, können aber künftig im Lesesaal für Alte Drucke der SUB eingesehen werden. Den Übergabevertrag zur Aufbewahrung unterzeichneten der Vorsitzende der Albrecht-Thaer-Gesellschaft, Rainer Fabel, und der stellvertretende SUB-Direktor Armin Müller-Dreier.

Die Albrecht-Thaer-Bibliothek umfasst knapp 2.800 Werke mit dem Schwerpunkt auf allgemeiner landwirtschaftlicher Literatur. Sie ging aus der Bibliothek der 1764 gegründeten Königlichen Hannoverschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu Celle hervor. Im Jahr 1784 übernahm der Arzt und Agrarreformer Albrecht Daniel Thaer (1752 bis 1828) die Betreuung der Bibliothek, die sich heute im Stadtarchiv Celle befindet. Ziel der Albrecht-Thaer-Gesellschaft ist es, die Bibliothek und das Erbe Albrecht Thaers, dem Begründer der modernen Landwirtschaft, zu pflegen.

Die SUB wird die Bände der Albrecht-Thaer-Bibliothek vollständig in den Göttinger Universitätskatalog aufnehmen, besonders seltene Titel werden zudem im Göttinger Digitalisierungszentrum digitalisiert und sind dann künftig frei im Internet einsehbar. Ermöglicht wird diese Arbeit durch eine Förderung der VGH-Stiftung und der Landschaftlichen Brandkasse Hannover, die für das zweijährige Projekt insgesamt 60.000 Euro zur Verfügung stellen. „Wir freuen uns sehr, dass die Bibliothek in der Universität Göttingen ein neues Zuhause gefunden hat und der Buchbestand damit allgemein zugänglich gemacht wird,“ sagt Fabel.

Zwischen der Albrecht-Thaer-Gesellschaft und der Universität Göttingen besteht schon seit längerer Zeit eine Kooperation, zu der beispielsweise die jährliche Vortragsreihe „Thaer im Dialog“ an der Fakultät für Agrarwissenschaften gehört. „Die Fakultät begrüßt sehr, dass die gute Zusammenarbeit mit der Integration der Bibliothek in die SUB intensiviert wird“, erklärt Dekanin Prof. Dr. Elke Pawelzik. „Der Schritt wird unseren Studierenden den Zugang zu dem vielfältigen historischen Bestand erleichtern – eine Entwicklung, die sicherlich im Sinne Albrecht Thaers gewesen wäre.“