Neues Universitätsklinikum in Göttingen soll 800 Millionen Euro kosten

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Text von: Belinda Helm

Der Neubau und die umfassende Sanierung des Göttinger Universitätsklinikums für insgesamt 800 Millionen Euro ist beschlossene Sache. Das haben der Vorstand der Universitätsmedizin (UMG) und die Wissenschaftsministerin Johanna Wanka am Montagnachmittag in einer Pressekonferenz bekanntgegeben.

In einem ersten Bauabschnitt, dessen Baubeginn für 2012 geplant und der auf fünf Jahre angelegt ist, soll zunächst ein Neubau vor dem jetzigen Bettenhaus I entstehen, in dem unter anderem ein zentraler OP-Bereich mit insgesamt 18 stationären OP-Sälen untergebracht sein wird. Außerdem soll die Notaufnahme in das Gebäude ziehen, um direkte Verbindung zum Hubschrauberlandeplatz zu erhalten. Dafür sind derzeit 150 Millionen Euro veranschlagt, die aus dem Volumen für den niedersächsischen Hochschulbau finanziert werden.

Der Einzug in den Neubau ist für das Jahr 2015 geplant. Im Anschluss soll das Bettenhaus I abgerissen werden.

Insgesamt ist der sogennannte Generalentwicklungsplan Bau in fünf Bauabschnitte unterteilt, die bis ins Jahr 2035 reichen und sich gemeinsam auf 800 Millionen Euro belaufen. Damit ist das Projekt „die größte Krankenhausplanung in Niedersachsen in den vergangenen 25 Jahren“, sagte Ministerin Wanka.

Grund für den Neubau sind laut Vorstand neben der dezentralen Gebäudestruktur vor allem die hohen Unterhaltskosten sowie hohe Energie- und Betriebskosten, die sich derzeit jährlich auf 20 Millionen Euro belaufen. Im Vergleich: Die Betriebskosten der Medizinischen Hochschlue Hannover schlagen lediglich mit zwölf Millionen Euro zu Buche.

Das bestehende Gebäude stammt zudem aus dem 70er Jahren und kann auf Dauer nicht den Anforderungen an eine moderne Hochschulmedizin entsprechen, erläuterte Barbara Schulte, Vorstand Wirtschaftsführung und Administration der UMG.

570 Betten unterschiedlicher Fachbereiche sieht die Bauplanung in dem Neubau vor, dabei „planen wir ausschließlich mit Ein- und Zwei-Bett-Zimmern“, sagt Schulte. Diese seien unterteilt in zehn Normalstationen mit je 38 Betten sowie zwei sogenannte Intermediate-Care-Stationen mit jeweils 18 Betten und vier Intensivstationen. Außerdem werden in denm Gebäude unter anderem die Fachbereiche Kardiologie und Pneumologie, die Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, die Neurologie, die Neurochirurgie sowie die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde untergebracht.

Das alte Zentralgebäude bleibt aber bestehen, hier sollen weiterhin Forschungs- und Lehreinrichtungen untergebracht werden.