Neues Sicherheitssystem für Autos

© A. Rotter, Hella KGaA Hueck & Co
Text von: redaktion

Im Rahmen des EU-geförderten Projektes “DRIVSCO“ haben Wissenschaftler, u. a. aus Göttingen, ein lernendes Fahrerassistenz-System entwickelt, das bei Dunkelheit erhöhte Sicherheit bietet.

Vorausschauend fahren ist der Schlüssel zur Sicherheit, heißt es in der Fahrschule. Dies ist aber vor allem dann besonders schwierig, wenn es dunkel ist und man wenig sieht.

Das neu entwickelte System lernt tagsüber vom Fahrer und wendet diese Kenntnisse nachts an, wenn es mit seinem Infrarotsystem weiter sehen kann als das menschliche Auge.

Das EU-Projekt wurde koordiniert von Florentin Wörgötter, Wissenschaftler am Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience und an der Universität Göttingen. Acht weitere Partner aus sechs europäischen Ländern waren darüber hinaus an dem Forschungsvorhaben beteiligt.

„Die wissenschaftliche Herausforderung bei der Entwicklung des Systems war der Abgleich zwischen den Bilddaten und der Fahreraktion“, erklärt Wörgötter. Bilder können sehr ähnlich sein und dennoch reagiert der Fahrer unterschiedlich.

Das System muss lernen, auf welche Bildaspekte es ankommt und welche Reaktion darauf folgt – es zieht damit auch den Fahrstil unterschiedlicher Fahrer in Betracht. „Systeme, die erkennen, wenn das Fahrzeug den Abstand zur Linie am Fahrbahnrand ändert, gibt es schon. Unser System aber arbeitet vorausschauend und plant das Fahrverhalten auch für den weiter entfernten Straßenverlauf“, so Wörgötter.

Der erfolgreiche Abschluss des Projektes manifestiert sich in einem ersten Prototyp des Fahrerassistenz-Systems, der von dem Unternehmen Hella Hueck in ein Versuchsfahrzeug eingebaut wurde.

Das Projekt „DRIVSCO“ wurde mit rund 2,8 Millionen Euro über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren durch die Europäische Union gefördert.