Neues Selbsthilfe-Set für den Katastrophenschutz

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Text von: redaktion

Göttinger Universitätsmedizin erhielt Auftrag vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Über 50.000 Sets kommen künftig bundesweit zum Einsatz.

Ein neues modernes Selbsthilfe-Set für Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes (Hilfsorganisationen, Feuerwehren) wird derzeit in der Abteilung Arbeits- und Sozialmedizin der Universitätsmedizin Göttingen (Direktor: Ernst Hallier), Georg-August-Universität, entwickelt. Das neue Spezial-Set soll besser gegen chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren (CBRN) schützen. Der Auftrag dazu kommt vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK ). Das BBK förderte das Projekt mit 138.000 Euro. Jetzt steht das neue Selbsthilfe-Set kurz vor der Erprobungsphase in der Praxis. Es ersetzt einen alten Selbsthilfe-Satz, der noch aus der Zeit des „Kalten Krieges“ stammt, also über 30 Jahre alt ist und nie aktualisiert wurde.

„Das Selbsthilfe-Set ist Teil der persönlichen Schutzausrüstung von Einsatzkräften. Es dient als letzte Absicherung für den Fall, dass die Schutzkleidung versagt oder der Helfer unvorbereitet mit Gefahrstoffen in Berührung kommt“, sagt Projektleiter Michael Müller. „Diese Stoffe können den Menschen und seine Umwelt auf drastische Art und Weise schädigen“, ergänzt Katharina Schmiechen, wissenschaftliche Mitarbeiterin aus der Abteilung Arbeits- und Sozialmedizin der Universitätsmedizin Göttingen. Sie entwickelt das neue Set.

Unfälle mit diesen Substanzen während ihrer Herstellung und Lagerung, beim Transport oder während der Entsorgung haben verheerende Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung. Das Set soll den Einsatzkräften helfen, im Falle einer möglichen Verseuchung kleinere Wunden selbst abzudecken, ein erstes Entfernen von gefährlichen Verunreinigungen und gegebenenfalls eine Antidotgabe (Gegengift) durchzuführen.

„Erster Schritt unserer Arbeiten war eine Risikoanalyse“, sagt Müller. Die Göttinger Arbeitsmediziner berücksichtigten dabei Pandemien, Infektionsgeschehen wie Vogelgrippe oder Maul- und Klauenseuche sowie atomare und chemische Gefahren.