Neues Institut ist Ansprechpartner für Technologie-Innovationen

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Text von: Redaktion

Unter welchen Bedingungen werden am besten technologische Innovationen entwickelt? Wie entstehen erfolgreiche Netzwerke aus Unternehmern und Forschern? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein neues Institut in Göttingen.

Gründer der Einrichtung namens SKIB sind das Beratungsunternehmen Sperlich Consulting und die Privaten Fachhochschule Göttingen (PFH). Die Abkürzung steht für „Institut zur Synchronisation technologiebasierter Kooperations-, Innovations- und Bildungsprozesse“.

An den beiden Sitzen in Göttingen und Berlin sollen in den kommenden drei Jahren bis zu 15 Stellen mit Experten in den Feldern Forschung und Prozessanalyse, Beratung und Bildungsmanagement entstehen. SKIB will künftig Innovationsprozesse aus Wirtschaft und Wissenschaft untersuchen, um Erfolgsfaktoren und -hemmnisse zu identifizieren sowie Indikatoren für Kooperationsfähigkeit zu entwickeln. Bei der Umsetzung werden die Fachleute ebenfalls Unterstützung anbieten. Die Ausbildung von Fachkräften für das Innovations- und Netzwerkmanagement ist ein zusätzliches Fernziel.

In der Leinestadt arbeitet vorerst ein dreiköpfiges Team aus Ingenieuren und Ökonomen interdisziplinär an Analysetools für unterschiedliche Innovationsprozesse. In Berlin wiederum wird der Schwerpunkt der Arbeit bei der Initiierung nachhaltiger Dialoge zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik liegen. Die Leitung des bei der Privaten Fachhochschule (PFH) angesiedelten Instituts übernehmen Manfred Sperlich (r.) und Bernt R. A. Sierke, Präsident der PFH.

Als Aufbaubudget stellen die beiden Gründungspartner zu gleichen Teilen 200.000 Euro bereit. Schon in diesem Jahr wird mit den ersten Aufträgen von Hightech-Unternehmen und Drittmitteln aus der Innovationsförderung gerechnet. Die Gründungspartner gehen hierzulande von einer zunehmenden Nachfrage nach Dienstleistungen beim Innovationsmanagement aus. Das Wachstum der Volkswirtschaft hänge immer mehr von technologischen Schlüsselprodukten oder -verfahren ab. Durchgesetzt hat sich die Idee, diese in einem Verbund von Partnern zu entwickeln.

Oft wissen die Akteure aber nicht genau, wie sie ein Netzwerk am besten aufbauen und managen sollen. „Wir können davon ausgehen, dass bei der Produktion etwa einer neuen Motorentechnologie bis zu vierzig unterschiedliche Institutionen direkt mitwirken, angefangen von wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen und -verbünden, über Kooperationen bei Herstellern, Zulieferern und Prüfstellen bis zur Aus- und Weiterbildung von Ingenieuren. Und auch bei der Beratung der politischen Administration gilt es, komplexe Aufgaben zu lösen und Schnittstellen reibungslos zu verbinden“, erläutert der Technologiemanager Manfred Sperlich. Sein Unternehmen hat seit Ende der 1990er Jahre viele Innovationsprojekte initiiert und begleitet.

Seit 2002 verfügt die PFH über eine Technologiefakultät, die wichtige Erkenntnisse im Zusammenwirken von Forschung, Entwicklung und Produktion gesammelt habe und in die Forschungsarbeit des Instituts einbringen will. „Je genauer wir wissen, warum Unternehmen erfolgreich sind, desto eher können wir dabei helfen die Stellschrauben anzuziehen“, meint PFH-Präsident Sierke.

Bereits seit fünf Jahren arbeiten Sperlich Consulting und die Hochschule zusammen. Die Initiierung der europaweit ersten Studiengänge im Bereich Verbundwerkstoffe (CFK) vor den Toren des Airbus-Werkes in Stade geht auf diese Kooperation zurück. Mit der Gründung des Institutes SKIB wollen die beiden Partner ihre Zusammenarbeit intensivieren und für Interessenten einen zentralen Ansprechpartner bieten.

Berti Kolbow